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Test: So reagieren die Menschen in Northeim auf eine Unfallstelle

Helfen die Menschen in Northeim, wenn sie auf eine Unfallstelle zukommen? Diese Frage ließ sich kürzlich am Rande einer Übung im Wohnquartier Q4 beantworten.

Ursprünglich war geplant, dass eines der Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr Northeim auf eine fiktive Unfallstelle, einen Zusammenstoß von einem Auto und einem Fahrradfahrer, zufährt. Dies sollte die Einsatzkräfte vor der eigentlichen Übung, einem Zimmerbrand im Q4 am Wieter, zusätzlich fordern. Die kurz vor Übungsbeginn eingerichtete Unfallstelle an der Wallstraße hat aber auch viele unbeteiligte Verkehrsteilnehmer aufmerksam werden lassen. „Können wir helfen?“ war eine der vielen Fragen, die unter anderem von Autofahrern, Passanten und den Busfahrern gestellt wurde. Diese potentiellen Ersthelfer wurden für ihr umsichtiges und richtiges Verhalten von den Übungsbeobachtern gelobt und konnten sichtlich erleichtert weiterfahren. „Das ist ein positives Signal aus der Kreisstadt“, betont Konstantin Mennecke, Sprecher der Kreisfeuerwehr.

Zuletzt waren bei einem Verkehrsunfall auf der Bundesstraße 248 bei Wiebrechtshausen Anfang Oktober zahlreiche Autofahrer an dem Unfall vorbeigefahren, ohne zu helfen.  Zwei Ersthelfer, unter anderem von der Feuerwehr Northeim, hatten damals dem Autofahrer, der frontal gegen einen Baum gefahren war, geholfen.

Der verletzte Fahrradfahrer wurde zuvor realistisch geschminkt und lag auf der Straße, das Unfallauto stand mit Warnblinkanlage daneben. Eine Hand voll Übungsbeobachter hatte die Szenerie stets im Blick.

„Grundsätzlich gilt: Durch unterlassene Hilfeleistung macht man sich nicht nur strafbar. Es ist für die betroffene Person auch ein schreckliches Gefühl, wenn niemand hilft“, so Mennecke. Zuallererst sei es wichtig, die Unfallstelle abzusichern und sich selbst nicht in Gefahr zu bringen. „So schwer es in dem Moment auch ist: Ein kühler Kopf und besonnenes, umsichtiges Handeln sind wichtig. Hier hilft vor allem ein regelmäßig aufgefrischter Erste-Hilfe-Lehrgang.“ Wenn die Unfallstelle abgesichert ist, sollte sich der Ersthelfer eine Übersicht über die Lage verschaffen und den Notruf wählen. „Die umfassend ausgebildeten Mitarbeiter unserer Einsatzleitstelle sorgen dafür, dass sie alle notwendigen Informationen erhalten, schnellstmöglich die Rettungskräfte kommen und können bei der Erstversorgung der Patienten am Telefon unterstützen“, betont der Feuerwehr-Sprecher.

Informationen zum richtigen Verhalten am Unfallort gibt es bei allen rund 150 Feuerwehren im Kreis Northeim sowie bei den Rettungsorganisationen, die ganzjährig Erste-Hilfe-Lehrgänge anbieten.

Foto: Konstantin Mennecke/Kreisfeuerwehr

Brandmeister Konstantin Mennecke ist Mitglied der Feuerwehr Northeim, stellvertretender Kreisjugendfeuerwehrwart für den Brandabschnitt Nord/Ost und leitet die Öffentlichkeitsarbeit der Kreisjugendfeuerwehr und Kreisfeuerwehr.

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