Wenn Menschen durch eine besondere Gefahrenlage betroffen sein können, benötigen sie schnell verlässliche Informationen und verständliche Handlungsempfehlungen. Genau dafür steht der Fachzug Bevölkerungswarnung und Öffentlichkeitsarbeit des Landkreises Northeim. Er verbindet moderne Bevölkerungswarnung, professionelle Krisenkommunikation, technische Lageerkundung und konzeptionelle Vorsorge in einer gemeinsamen Katastrophenschutzeinheit.
Der Grundstein für diese Arbeit wurde bereits 2007 mit der damaligen Kreispressegruppe gelegt. Nachdem die Einheit zusätzliche Aufgaben in der Bevölkerungswarnung übernommen hatte, entstand 2019 die Fachgruppe Öffentlichkeitsarbeit und Bevölkerungswarnung. Seit 2024 ist sie als Fachzug Bevölkerungswarnung und Öffentlichkeitsarbeit eine Einheit des Katastrophenschutzes des Landkreises Northeim.
Dem Fachzug sind die mobilen Warn- und Durchsageeinrichtungen zugeordnet, die dem Landkreis Northeim vom Land Niedersachsen zur Verfügung gestellt wurden. Hinzu kommen weitere Warntechnik und Fahrzeuge des Landkreises. Außerdem organisiert der Fachzug gemäß der niedersächsischen Katastrophenschutz-Dienstvorschrift 891 die Ausbildung der sechs Warntrupps mit insgesamt rund 70 Einsatzkräften im gesamten Kreisgebiet.
Zu den Aufgaben des Fachzuges gehören unter anderem:
- die Warnung und Information der Bevölkerung bei größeren Einsatzlagen, Krisen und Katastrophen,
- die Verbreitung verständlicher und abgestimmter Handlungsempfehlungen über unterschiedliche Warnkanäle,
- der Einsatz mobiler Lautsprecher- und Warnsysteme,
- die Unterstützung von Einsatzleitungen, Führungsstellen und Stäben bei der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,
- die Lageerkundung, unter anderem mit Drohnen, sowie Einschätzung der Zustände von Infrastruktur bei jedem Wetter
- der Aufbau und Betrieb redundanter Kommunikationsmöglichkeiten,
- die Fortschreibung der lokalen Warnkonzepte gemeinsam mit den Städten und Gemeinden,
- die Mitwirkung an der Entwicklung und Umsetzung der Notfall-Anlauf-Punkte im Landkreis Northeim,
- der regelmäßige fachliche Austausch mit den kommunalen Ordnungsbehörden und weiteren Partnern in gemeinsamen Arbeitskreisen,
- sowie die Information und Schulung der Bevölkerung zu Warnmitteln und persönlicher Notfallvorsorge.
Dabei arbeitet der Fachzug eng mit der Kreisverwaltung, den Städten und Gemeinden, den Feuerwehren und Hilfsorganisationen, der Polizei, den Ordnungsbehörden sowie lokalen Versorgungsunternehmen zusammen. Ziel ist es, auch in dynamischen und unübersichtlichen Situationen schnell ein verlässliches Lagebild zu gewinnen und die Bevölkerung mit gesicherten Informationen aus erster Hand zu erreichen. So bleibt weniger Raum für Gerüchte, Falschinformationen und widersprüchliche Aussagen.
Zum Warnmittelmix gehören digitale Warnsysteme wie MoWaS und die Warn-App NINA ebenso wie Cell Broadcast, Sirenen, mobile Lautsprecherdurchsagen, Internetseiten, soziale Medien und weitere Informationswege. Entscheidend ist nicht ein einzelnes Warnmittel, sondern das abgestimmte Zusammenspiel unterschiedlicher Kanäle.
Auch die Öffentlichkeitsarbeit bei alltäglichen Feuerwehreinsätzen bleibt ein wichtiger Bestandteil. Sie informiert über die Arbeit der Einsatzkräfte und sorgt zugleich dafür, dass Abläufe und Zusammenarbeit regelmäßig praktisch geübt werden. Denn gerade in einer Krise kann gute Kommunikation entscheidend sein.
Der frühere Begriff „Kreispressegruppe“ bildet daher heute nur noch einen kleinen Teil der Aufgaben ab. Die Anforderungen an den Bevölkerungsschutz verändern sich – und der Fachzug entwickelt seine Fähigkeiten, seine Technik und seine Konzepte kontinuierlich weiter. Für verlässliche Informationen. Für wirksame Warnungen. Für die Sicherheit der Menschen im Landkreis Northeim.
Kontakt:
Zugführer
Mowas-Beauftragter des Landkreises Northeim
Konstantin Mennecke
redaktion@kreisfeuerwehr-northeim.de
Stellvertretender Zugführer
Joel Fröchtenicht
j.froechtenicht@kreisfeuerwehr-northeim.de
- Mobile Sirenenanlage der Kreisfeuerwehr Northeim. Foto: Kreisfeuerwehr Northeim, Konstantin Mennecke / nh






