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Waldbrand

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Die Witterung mit hohen Temperaturen war im letzten Jahr schon mit einem großen Arbeits- und Einsatzaufwand für die Feuerwehren in unserer Region verbunden.

Zwischen Einbeck und Bartshausen kam es abseits der Kreisstraße zu einem Freiflächenbrand im Unterholz von ca. 40 Quadratmetern.
„Es gab durchaus das Potential für ein Übergreifen der Flammen auf das nahe Waldstück, doch wir konnten das mit dem schnellen Eingreifen verhindern“, so der Einsatzleiter der Feuerwehr.

Wie das Feuer entstanden ist, konnte bisher nicht geklärt werden. Ein Fremdverschulden wird aber laut Polizei Einbeck nicht ausgeschlossen.

Dierekt im Anschluss zu diesem Einsatz wurde die Feuerwehr Einbeck zu einem Folgeeinsatz abgerufen. In der Bachstraße in Einbeck, benötigte der Rettungsdienst unterstützung beim Transport einer Person aus dem Gebäude.

Bilder: Polizei Einbeck und KFV Pressegruppe

Hinweis: Bei diesem Artikel handelt es sich um einen aktualisierten Archivbeitrag aus dem Jahr 2018 – er ist jetzt wieder wortwörtlich “brandaktuell”.

Der Sommer hat die Region bei Temperaturen von über 30 Grad wieder fest im Griff. Die andauernde Trockenheit beobachtet die Feuerwehr dabei erneut mit Sorge.

Laut Kreisbrandmeister Bernd Kühle sehen die Feuerwehren immer wieder Menschen, die in der freien Natur grillen. Davon ausgenommen sei auch nicht der Bereich rund um den Kiessee in Northeim. Dies sei bei den weiter anhaltenden hohen Temperaturen „brandgefährlich“, mahnt Kühle. Grillen sei ausschließlich auf dafür ausgewiesenen Plätzen erlaubt. Aufgrund der vollkommen trockenen Grünflächen könne sich ein Feuer in kurzer Zeit auf weiten Strecken ausbreiten. Ein Problem für die Feuerwehren sei, dass die Brandgefahr unterschätzt würde. „Spricht man die Leute beim Grillen am Kiessee an, so kommt das Argument ‘Es ist doch genug Wasser da“, berichtet Kühle. Diese Einstellung sei falsch und führe zu Einsätzen, die bei den aktuellen Temperaturen unter der schweren Einsatzkleidung eine enorme körperliche Belastung seien. Offenes Feuer sei bei der anhaltenden Hitze grundsätzlich verboten – und das nicht ohne Grund.

Auf der Länge von gut einem Kilometer brannte es im Juli 2018 bei Moringen. Foto: Feuerwehr Moringen

Kreisbrandmeister Bernd Kühle warnt außerdem davor, Zigarettenkippen in Balkonkästen auszudrücken, die jetzt in der Trockenperiode fast so schnell abbrennen können wie trockenes Heu. Raucher sollten die Blumenkästen regelmäßig ordentlich wässern und für den Ernstfall eine Gießkanne mit Wasser bereitstellen. Grundsätzlich sei jeder auf der sicheren Seite, wenn ein Aschenbecher benutzt wird.

Hinweise: Das ist aktuell gefährlich und verboten

Bei Spaziergängen in Wald und Feld darf nicht geraucht werden. „Das ist absolut verboten“, so Kühle. Dazu zähle auch das Hinauswerfen von Zigarettenkippen aus dem Auto. Entlang von Straßen kommt es immer wieder zu Feuerwehreinsätzen aufgrund von Flächenbränden.

Aufgrund der hohen Waldbrandgefahr dürfen Zufahrten zu Wäldern nicht mit Fahrzeugen blockiert werden. Feuerwehren müssen bei einer Brandmeldung schnellstmöglich reagieren.

Auch landwirtschaftliche Maschinen müssten regelmäßig gewartet und auf Beschädigungen kontrolliert werden, damit sie nicht auf einem Feld in Brand geraten und Maschine sowie Ernte zerstört würden. Damit es zu keinen Flächenbränden kommt, sollten auch keine Autos mit heißen Katalysatoren auf Grünflächen abgestellt werden.

Glasscherben hingegen lösen laut Kühle kein Feuer aus, wie eine umfangreiche Untersuchung der Technischen Universität in Braunschweig ergeben hat. In der Versuchsreihe konnte keine der getesteten Scherben ein Feuer auslösen. Dennoch sollte, alleine aus Umweltgründen und zum Schutz der Tiere, kein Glas liegen gelassen werden.

Fragen und  Antworten zum Thema

Besteht die Gefahr von Waldbränden hier in der Region?
Durchaus. Der Deutsche Wetterdienst hat vom späten Frühjahr bis Herbst den Waldbrand-Gefahrenindex im Internet als Service im Angebot. Dieser zeigt, dass insbesondere die Heide immer recht schnell sehr trocken ist. Dies trifft aber auch auf Südniedersachsen zu. Hier liegt die Gefahr bei Stufe 4 von 5. Der Gefahrenindex berechnet sich aus den Elementen Lufttemperatur, relative Luftfeuchte, Windgeschwindigkeit und Niederschlagssumme.

Sind die Feuerwehren in der Region auf einen Waldbrand vorbereitet?
Das Vorgehen bei solchen Lagen gehört regelmäßig zur Ausbildung der Feuerwehren, unter anderem auch bei Kreiseinheiten wie der Feuerwehrbereitschaft 1. Vorbereitet sind ebenfalls die Städte und Gemeinden. 40 wasserführende Fahrzeuge mehr, vom Tragkraft-Spritzenfahrzeug mit Wassertank bis zum Großraum Tanklöschfahrzeug, gibt es verglichen zum Stand vor rund zehn Jahren mehr, berichtet Kreisbrandmeister Bernd Kühle.

Wie wird ein Waldbrand entdeckt?
Hier in der Region ist die Feuerwehr auf aufmerksame Mitarbeiter der Forst oder Bürger angewiesen, die ein Feuer entdecken und über den Notruf 112 melden. Weiter im Norden Niedersachsens, der für Waldbrände besonders gefährdet ist, patrouilliert der Feuerwehr-Flugdienst des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen. Er konnte seit der Einrichtung vor über 50 Jahren zahlreiche Feuer frühzeitig erkennen und melden. Sollte im Kreis Northeim der Verdacht auf einen Waldbrand bestehen, kann der Flugdienst hinzugezogen werden, der aus der Luft auch bei der Einweisung von Einsatzkräften hilft.

Berlin – „Die Feuerwehren in Deutschland müssen auf mindestens zehn weitere Löschhubschrauber zugreifen können, um in der diesjährigen Waldbrandsaison adäquat auf Vegetationsbrände reagieren zu können“, fordert Hartmut Ziebs, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV). Angesichts der aktuellen Witterungsverhältnisse ist es in einigen Bundesländern bereits zu Wald- und Flächenbränden gekommen. „Es muss möglich sein, an drei Großschadenslagen im Bundesgebiet parallel jeweils mindestens drei Hubschrauber im Rotationsprinzip in den Einsatz zu bringen. Hinzu kommen Wartungsarbeiten oder anderweitige Nichtverfügbarkeit. Im Schnitt braucht jedes Flächenbundesland einen Hubschrauber“, schlüsselt der DFV-Präsident auf.

DFV-Präsident Hartmut Ziebs. Foto: Deutscher Feuerwehrverband
DFV-Präsident Hartmut Ziebs. Foto: Deutscher Feuerwehrverband

Ziebs erläutert die aktuelle Lage: „Die Feuerwehren fordern Hubschrauber bei Bundeswehr oder Bundespolizei an, die dann für diesen Einsatz bereitgestellt werden. Hier ist es in der Vergangenheit teils vorgekommen, dass keine Maschinen zur Verfügung gestellt werden konnten.“ Wie viele Hubschrauber mit der Möglichkeit zum Transport von Außenlastbehältern die Bundesbehörden aktuell vorhalten, ist aus Sicherheitsgründen nicht zu ermitteln – die Maschinen werden primär für behördliche Zwecke verwendet und stehen nicht dauerhaft für die Brandbekämpfung in Bereitschaft. Hinzu kommen private Unternehmen, die ihre Hubschrauber für den Waldbrandeinsatz vermieten.

„Auch die Prävention muss verbessert werden – hier sind die Feuerwehren auf die Mitarbeit der Forstwirtschaft angewiesen“, fügt Hartmut Ziebs hinzu. Wichtig seien mit Feuerwehrfahrzeugen befahrbare Waldbrandschneisen und ausgewiesene Löschteiche. „Das brennbare Material auf dem Waldboden muss begrenzt werden – je höher sich etwa abgestorbene Äste oder umgefallene Bäume in einem bewirtschafteten Bereich türmen, umso wahrscheinlicher ist eine schnelle Brandausbreitung“, so der DFV-Präsident.

Entwicklung einer nationalen Waldbrandstrategie

Der Deutsche Feuerwehrverband hat im vergangenen Herbst gemeinsam mit dem Arbeitskreis V der Innenministerkonferenz eine Waldbrandkonferenz durchgeführt, in der die Lehren aus den Brandereignissen betrachtet wurden. Hierbei brachten sich unter anderem auch die Landesfeuerwehrverbände, das Bundesministerium des Innern, das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe sowie die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk ein. Ein Arbeitskreis befasst sich nun mit der Auswertung und der Entwicklung einer nationalen Waldbrandstrategie. „Unter anderem geht es auch um die Schulung der Feuerwehrangehörigen, um Wissen aus vergangenen Ereignissen nicht zu verlieren. Zudem ist für die Vegetationsbrandbekämpfung im Gegensatz zum Wohnungsbrand leichtere Schutzkleidung vonnöten“, resümiert Ziebs.

Archivfoto: Konstantin Mennecke/Kreisfeuerwehr