Übungen

Austretender Gefahrstoff – Einsatzübung des Gefahrgutzuges Einbeck in Dassel

Wer im Ernstfall schnell helfen können will, muss die örtlichen Gegebenheiten kennen. Aus diesem Grund hat der Gefahrgutzug der Stadt Einbeck jetzt bei der Firma Cytiva in Relliehausen bei Dassel geübt.

Die Kräfte sammelten sich zu der angekündigten Übung am Feuerwehrgerätehaus in Dassel und wurden durch den Zugführer Florian Nüsse, der die Lage bei der Firma Cytiva gemeinsam mit dem zuständigen Brandschutzbeauftragen Olaf Haase vorbereitet hatte, zur Einsatzstelle abgerufen.

Beim Eintreffen vor Ort wurden die Gruppenführer in die Lage eingewiesen – ein Behältnis mit einem unbekannten Stoff war im Bereich der Umfüllanlage leckgeschlagen. Der Stoff trat unkontrolliert aus. Die Rettung von Personen sollte bei dieser Übung nicht im Vordergrund stehen, sodass mitgeteilt werden konnte, dass eine Person bereits durch die örtliche Feuerwehr gerettet wurde.

Der Fokus der Arbeiten lag in der Sicherung des havarierten Behältnisses sowie dem Umfüllen des Gefahrstoffes. Um nähere Angaben zu dem austretenden Stoff zu erhalten, wurde ein Trupp mit Chemikalien-Schutzanzügen (CSA) zur Erkundung sowie Bewertung der Lage ausgerüstet, während gleichzeitig die Absperrgrenze festgelegt und die Dekontaminationsstelle aufgebaut wurde.

Nachdem sich der CSA-Trupp ausgerüstet hatte, ging dieser zur Unfallstelle vor und erkundete die Lage. Es konnte festgestellt werden, dass ein Stoff mit der UN-Nummer 1231 aus einem 1.000 Liter IBC-Behälter im Bereich des Absperrhahnes austrat. Die Einsatzkräfte können über die sogenannte vierstellige UN-Nummer verhältnismäßig leicht den Stoff inklusive seiner Gefahren aus einem internationalen Verzeichnis ermitteln. Nach Weitergabe dieser Nummer per Funk an den zuständigen Gruppenführer war der Trupp mit der Schließung des Behälters beauftragt. Über die UN-Nummer wurde ermittelt, dass es sich um den leicht entzündbaren, flüssigen Stoff Methylacetat handelt. Auf diese Stoffeigenschaften hin galt es die Gerätschaften zum Umfüllen des Stoffs in einen weiteren IBC festzulegen. Ein zweiter CSA-Trupp wurde zum Umpumpen mittels Fasspumpe eingesetzt, während der erste CSA-Trupp die Dekontaminationsstelle durchlief.

Die gesamte Übung wurde durch das DRK Einbeck, welches grundsätzlich Einsätze und Übungen des Gefahrgutzuges begleitet, abgesichert.

Gegen 20.45 Uhr wurde durch den Zugführer „Übungsende“ verkündet und es konnte mit dem Rückbau der Gerätschaften begonnen werden. Bei einer abschließenden Übungsbesprechung wurden alle Kräfte über die genaue Lage und die getroffenen Maßnahmen informiert. Die Übung hat gezeigt, wie leistungsstark der Gefahrgutzug Einbeck trotz der Corona-Pandemie aufgestellt ist. Dies spiegelte sich auch in den Abschlussworten von Florian Nüsse wider.

Text und Fotos: Fabian Hesse/Kreisfeuerwehr

Brandmeister Konstantin Mennecke ist stellvertretender Kreisjugendfeuerwehrwart für den Brandabschnitt Nord/Ost und leitet die Öffentlichkeitsarbeit der Kreisjugendfeuerwehr und Kreisfeuerwehr.

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