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Personensuchen aus der Luft: Wie geht das? – Einsatz nahe Gillersheim

Über 100 Kräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst mit Hundestaffel und Polizei haben in der Nacht zu Freitag nach einem vermissten jungen Mann nahe Gillersheim gesucht. Der Einsatz nahm einen glücklichen Ausgang.Um 1.23 Uhr ging die Anforderung der Polizei zur Unterstützung bei einer Personensuche bei der Feuerwehr ein. Zur Suche eines seit Donnerstagabend vermissten Mannes wurden in der Nacht die Feuerwehren aus Katlenburg, Lindau, Gillersheim, Wachenhausen, Suterode und Berka zusammengezogen. Die Technische Einsatzleitung Ost aus Northeim hat zudem gemeinsam mit der Kreisfeuerwehr mit zwei Drohnen samt Wärmebildkamera etliche Kilometer Wald und Wege abgeflogen. Zusammen mit Trupps von Feuerwehr, Polizei und einer Rettungshundestaffel aus dem Kreis Göttingen lief die Suche bis in den Morgen.

Um 6.26 Uhr wurde schließlich eine junge Person in Sudershausen angetroffen. Angehörige konnten kurze Zeit später bestätigen, dass es sich um die gesuchte Person handelt, die Suche konnte abgebrochen werden. Bereits alarmierte Krad-Melder der Feuerwehrbereitschaften 1 und 2 sowie der Johanniter-Unfall-Hilfe und die Verpflegungskomponente der Feuerwehrbereitschaft 2 konnten ihre Anfahrt zur Einsatzstelle abbrechen.

Personensuche aus der Luft: Wie geht das?

Die Kreisfeuerwehr des Landkreises Northeim verfügt aktuell über mehrere Drohnen – zwei davon sind mit Wärmebildkameras ausgestattet und ermöglichen so eine zusätzliche Personensuche aus der Luft. Stationiert sind sie bei der Technischen Einsatzleitung Northeim sowie direkt bei der Kreisfeuerwehr.

Die Technische Einsatzleitung Ost im Einsatz. Archivbild: Mennecke/Kreisfeuerwehr

Wärmebildkameras werden bei der Feuerwehr in vielen Bereichen eingesetzt – Kräfte unter Atemschutz können so in Gebäuden beispielsweise auch bei schlechter Sicht schnell Brandherde ausmachen. Selbst dann, wenn es noch gar nicht brennt, kann beispielsweise eine überhitzte Elektroverteilung identifiziert werden. Wärmebildkameras, auch solche, die in den Drohnen verbaut sind, erkennen die Infrarotwellen, die warme Objekte wie brennende Gegenstände oder aber auch Menschen und Tiere abstrahlen. Diese Temperaturunterschiede werden auf einer Karte angezeigt – die Farbskala lässt sich dabei individuell verstellen. Das ist gerade bei Personensuchen ein echter Vorteil.

Ein Wärmebild aus der Luft: die unterstützende Einheit, in diesem Fall unter anderem die Feuerwehr Lindau, ist aus der Luft genau zu erkennen. Sie hebt sich von der sonst um die 6 Grad warmen Umgebung deutlich ab.

Auf freien Flächen können so sehr schnell etliche Kilometer aus der Luft abgesucht werden – in Wäldern mit dichten Blätterdecken ist die Suche eine größere Herausforderung, die umfangreich ausgebildete und zugleich regelmäßig trainierende Drohnenführer erfordert.  Mögliche Funde lassen sich aus der Kombination von Wärmebild sowie bis zu 4K-auflösendem Kamerabild direkt kontrollieren. Koordinaten von Fundstellen können zudem per Funk an die bodengebundenen Einheiten zur Kontrolle übertragen werden.

Brandmeister Konstantin Mennecke ist stellvertretender Kreisjugendfeuerwehrwart für den Brandabschnitt Nord/Ost und leitet die Öffentlichkeitsarbeit der Kreisjugendfeuerwehr und Kreisfeuerwehr.

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