Einsätze

Tornado über Südniedersachsen: Erste Bilanz des Großeinsatzes

Umgestürzte Bäume, beschädigte Häuser und Autos und eingeschlossene Personen: Das Unwetter hat am Freitag nur einen kleinen Teil des Landkreises Northeim getroffen. Dafür hat es aber in Mackensen im Stadtgebiet Dassel umso heftiger zugeschlagen.

Um 18.25 Uhr wurden umgestürzte Bäume nahe Mackensen gemeldet. Kurze Zeit später war klar, dass nicht nur Bäume umgestürzt, sondern auch ein Autofahrer zwischen ihnen eingeschlossen war. Die Person sollte nach ersten Informationen verletzt sein. Aufgrund der hohen Zahl an Bäumen auf der Straße, die den Weg versperrten, wurde ein Trupp zu Fuß über ein Feld an die Unfallstelle geschickt. Parallel dazu machten sich der Rettungsdienst und Rettungshubschrauber Christoph 44 auf den Weg. Der Patient konnte kurze Zeit später glücklicherweise nur leicht verletzt behandelt werden.

Anrufer meldeten unterdessen eine Windhose über Mackensen. Die Auswirkungen waren deutlich sichtbar. Dächer wurden teilabgedeckt, Autos zerstört, Fenster eingeschlagen und zahlreiche Bäume entwurzelt oder wie ein Streichholz abgeknickt. Über 100 Kräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei und THW waren vor Ort im Einsatz, ebenso die Notfallseelsorge. Mittels Drohnen wurde sich eine Übersicht über die Lage verschafft. Zusätzlich kam schweres Gerät vom Technischen Hilfswerk in Form eines Baggers zum Einsatz.

Wie viele Gebäude beschädigt wurden – die Feuerwehr konnte durch den Einsatz von Drohnen rund 40 in Mackensen erkennen – ist noch vollkommen unklar, ebenso die Gesamtschadenshöhe. Den Schaden am verunglückten Fahrzeug in dem Waldstück gibt die Polizei mit rund 10.000 Euro an. In den Ortschaften Mackensen und Merxhausen waren am Samstag zahlreiche Handwerksunternehmen unterwegs, um die Dächer auch mit Blick auf ein mögliches Gewitter am Montag wieder abdichten zu können.

„Dieser Einsatz macht deutlich, wie schwer es ist, Extremwetter vorherzusagen. Während eine Ortschaft verwüstet ist, ist im Nachbarort nahezu nichts passiert. Wir bitten deshalb darum, Wetterwarnungen immer ernst zu nehmen und bei angekündigtem Unwetter die Lage per Warn-Apps, unter anderem BIWAPP, genau im Blick zu haben“, betont Konstantin Mennecke, Sprecher der Kreisfeuerwehr.

Die Straße zwischen Mackensen und Merzhausen wird bis in die kommende Woche voll für den Verkehr gesperrt bleiben. Während der Aufräumarbeiten und auch Dreharbeiten mit einem Fernsehteam des NDR ignorierten zahlreiche Personen mit ihren Fahrzeugen die Absperrung und begaben sich insbesondere mit Blick auf den auffrischenden Wind in große Gefahr. Die Polizei kontrolliert seitdem die Einhaltung der aufgebauten Absperrmaßnahmen.

Brandmeister Konstantin Mennecke ist stellvertretender Kreisjugendfeuerwehrwart für den Brandabschnitt Nord/Ost und leitet die Öffentlichkeitsarbeit der Kreisjugendfeuerwehr und Kreisfeuerwehr.

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