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Die Arbeitsbedingungen für die Feuerwehren in der Ukraine sind rau. „Immer wieder müssen sie Menschen aus schwer beschädigten oder zerstörten Gebäuden retten. Ebenso häufig kommt es in Folge von Explosionen zu Bränden“, so Kreisbrandmeister Marko de Klein. Unabhängig von der hohen psychischen Belastung bedeutet das hohe Strapazen für das, was die Rettungskräfte vor Ort tragen: ihre Schutzkleidung.

Es ist ein ruhiger Nachmittag in der Erstaufnahmeeinrichtung für Ukraine-Flüchtlinge in Northeim. Rund 60 Personen sind in der Sporthalle der Berufsbildenden Schulen untergebracht, der Geräuschpegel ist sehr überschaubar. Möglich ist das, weil die Halle nicht nur ideale Voraussetzungen für eine Unterbringung bietet, sondern weil das Gelände drum herum den Menschen, insbesondere den Kindern Freiraum zum Spielen bietet. „Und genau da möchten wir unterstützen“, betont Jan-Eric Loy von der Brandschutzerziehung und Brandschutzaufklärung der Kreisfeuerwehr.

Die Kreisfeuerwehr als Teil des Fachbereichs 22 „Brand- und Katastrophenschutz“ erweitert das Angebot für die Flüchtlingskinder um ein einfaches, aber wirksames Angebot. Mit Malbüchern und Buntstiften im Gepäck besucht Loy die Flüchtlingsunterkunft an diesem Tag und schafft damit einen noch größeren Mehrwert für die Spielecke der Halle. „Wir haben uns bewusst dafür entschieden, die Personenzahl in dieser Halle zu begrenzen, um möglichst viel Raum für Kinder zum Spielen, aber auch für Eltern für gemeinsame Gespräche zu haben“, erklärt der Erste Kreisrat Jörg Richert. Dieses „Raum schaffen“ habe sich bislang ausgezahlt. „Während die Kinder spielen können die Menschen aus der Ukraine sich untereinander austauschen. Nach Rücksprache mit unseren Dolmetschern ist das insbesondere für das Verarbeiten der Geschehnisse im Kriegsgebiet wichtig. Zudem haben die Kinder so ausreichend Raum, das zu tun, was sie sollen: unbeschwert Kind sein dürfen“, betont Richert. Aufgrund des guten Wetters der vergangenen Wochen konnten immer wieder auch die Außenanlagen um die Sporthalle von den Familien genutzt werden.

Für die Kreisbrandschutzerzieher um Jan-Eric Loy war es selbstverständlich, hier mit einfachen Mitteln zu helfen. Nur wenige Minuten, nachdem die Malbücher und Stifte ausgelegt waren, wurden sie schon reichlich genutzt. „Die Freude derKinder, die kaum etwas aus ihrer Heimat mitnehmen können, ist unbezahlbar“, so Loy. Seit Einrichtung der Erstaufnahme sind zudem zahlreiche Kuscheltier-Spenden eingegangen – mehr, als bislang ausgegeben werden konnten. „Herzlichen Dank an die Bürgerinnen und Bürger, die sich auch für die Jüngsten unserer Gesellschaft einsetzen“, so der Erste Kreisrat Jörg Richert abschließend.

Videos zum Thema: Flüchtlingsunterkunft in Northeim

 

Northeim (lpd). Der Landkreis Northeim spendet ein Feuerwehrfahrzeug an die Ukraine. Im Rahmen der „Feuerwehr-Hilfsbrücke Ukraine“, einer Initiative des Landesfeuerwehrverbandes Brandenburg e.V., wurde der Schlauchwagen SW2000 am 29. April 2022 zunächst nach Polen gefahren und dann von dort weiter in die Ukraine gebracht.

Der SW2000 ist ein Schlauchwagen, welcher insbesondere zur Löschwasserförderung über lange Strecken eingesetzt werden kann. Das Fahrzeug war zuletzt in der Feuerwehrtechnischen Zentrale Einbeck stationiert und hätte eigentlich verkauft werden sollen, bevor die Entscheidung getroffen wurde, es dem ukrainischen Katastrophenschutz zur Verfügung zu stellen. Hierfür wurde das Fahrzeug extra noch mit 2000 Meter B-Schläuchen und einer Tragkraftspritzenpumpe ausgestattet.

Der Schlauchwagen der Kreisfeuerwehr Northeim wird von zwei Mitarbeitern der Feuerwehrtechnischen Zentralen des Landkreises Northeim, Volker Klinge und Sascha Böker, zunächst von Northeim nach Falkensee (Berlin) und von dort am 29. April bis nach Polen gefahren. Ab Falkensee fährt ein Konvoi verschiedener Feuerwehren, die Spenden transportieren, bis nach Polen. Dort werden die Spenden und auch der Schlauchwagen aus dem Landkreis Northeim dann von ukrainischen Kräften weiter in die Ukraine verbracht. Für den Freitag erhalten die beiden Mitarbeiter, die das Fahrzeug fahren, einen Tag Sonderurlaub vom Landkreis. Die restliche Zeit am Wochenende wird von den Kollegen ehrenamtlich erbracht. Von Falkensee muss eine Strecke von rund 850 km zurücklegt werden.

„Ich freue mich sehr, dass wir als Landkreis Northeim gemeinsam mit der Kreisfeuerwehr Northeim einen Beitrag zur Unterstützung des ukrainischen Katastrophenschutzes leisten können. Der ungerechtfertigte Angriff auf die Ukraine hat nicht nur viele Menschenleben gekostet, sondern auch Gebäude und Infrastruktur zerstört. Es ist darum dringend nötig, auch den Katastrophenschutz und die Feuerwehr vor Ort zu stärken. Mein Dank gilt allen, die diesen Transport ermöglicht haben“, erklärt die Northeimer Landrätin Astrid Klinkert-Kittel.

Während der Landkreis und die Kreisfeuerwehr Northeim den Schlauchwagen samt Schläuchen und Tragkraftspritzenpumpe spendet, werden die Kosten rund um die Überführung des Fahrzeuges von drei Spendern, Dr. Gisbert Vogt, Peter Funke und Michael Heraeus, gedeckt.

Die Stadt Einbeck und der Flecken Nörten-Hardenberg sowie weitere (Gemeinde Katlenburg-Lindau, Wäscherei MeyerundKuhl aus Hardegsen sowie die Samtgemeinde Hoya (LK Nienburg-Weser)) haben zudem verschiedenste Ausrüstungsgegenstände gespendet, unter anderem Atemschutzgeräte und Einsatzbekleidung. Dieses Material ist bereits vom Kreisbrandmeister Marko de Klein sowie Kreisfeuerwehr-Sprecher Konstantin Mennecke gesammelt am 27. April nach Falkensee bei Berlin gebracht worden, wo es am 29. April mit dem Fahrzeugkonvoi weiter in die Ukraine verbracht wird.