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Mehr Mitglieder, anspruchsvolle Einsätze: Jahreshauptversammlung der Umweltfeuerwehr

Mehr Mitglieder, anspruchsvolle Einsätze und hochspezialisierte Ausbildung: Die Kreisfeuerwehrbereitschaft 4 (Umweltfeuerwehr) der Kreisfeuerwehr Northeim hat im vergangenen Jahr eindrucksvoll gezeigt, welche zentrale Rolle sie für die Sicherheit der Menschen im Landkreis Northeim spielt. Bei der Jahreshauptversammlung hat Bereitschaftsführer Martin Döscher gemeinsam mit seinen Zugführern auf das Jahr 2025 zurückgeblickt.

Zum 1. Januar 2026 zählt die Umweltfeuerwehr 111 Kameradinnen und Kameraden – und damit leicht mehr als im Vorjahr. Sie teilen sich auf in 19 Mitglieder im ersten Zug Wasserrettung, 26 Mitglieder im zweiten Zug Chemie und Strahlenschutz, 27 Mitglieder im dritten Zug, dem ABC-Zug und 29 Mitgliedern im vierten Zug Spezielle Rettung. Während einzelne Züge ihre Stärke halten oder ausbauen konnten, bleibt die Gewinnung neuer Mitglieder weiterhin ein wichtiges Thema.

Auch das Einsatzspektrum zeigt die Bandbreite der Aufgaben: Neben mehreren Gefahrguteinsätzen, Einsätzen mit dem Gerätewagen für Atemschutz und zehn Personensuchen standen auch Einsätze auf Gewässern sowie technische Hilfeleistungen auf der Agenda. Eine besondere Lage schilderte Bereitschaftsführer Martin Döscher aus der Silvesternacht: Die FB4 war hier beim Brand in der Hagenstraße zur Ausgabe von Atemschutzgeräten sowie zum Einrichten einer Wärmestube für die Einsatzkräfte gefordert.

Doch nicht nur im Einsatz, sondern auch in der Ausbildung wurde intensiv gearbeitet. Die Tauchergruppe des ersten Zuges blickt auf ein intensives Jahr zurück. Nach einem starken Mitgliederzuwachs im Vorjahr stand 2025 ganz im Zeichen der Ausbildung. Zeitweise mussten gleich zehn angehende Feuerwehrtaucher parallel ausgebildet werden – eine organisatorische Herausforderung, die mit einem eigenen Lehrgang für Feuerwehrlehrtaucher bewältigt wurde. Die Ausbildung begann im Hallenbad Northeim und wurde später in den regionalen Kiesseen fortgesetzt. Drei neue Lehrtaucher konnten ihre Ausbildung erfolgreich abschließen, ebenso bestand ein Kamerad die Prüfung zum Feuerwehrtaucher. Auch im Einsatz waren die Taucher gefordert, unter anderem nach einem Verkehrsunfall mit einer Person im Wasser. Insgesamt wurden 45 Dienste sowie ein Ausbildungswochenende in Nordhausen absolviert.

Der zweite Zug der Umweltfeuerwehr hatte durchaus ungewöhnliche Einsätze – so etwa aufgrund einer durch die Polizei gefundenen illegalen Rauschgift-Plantage, bei der die Feuerwehr im Rahmen der Amtshilfe Messungen vornahm.

Der dritte Zug absolvierte unter anderem eine Strahlenschutzübung auf der Deponie Blankenhagen, zudem fand eine großangelegte Übung bei der Firma Jobachem in Dassel statt. Bei Einsätzen, unter anderem bei einem Scheunenbrand nahe Sudheim, waren die ehrenamtlichen Kräfte gefordert. Der dritte Zug, der den ABC-Bereich abdeckt, versteht sich dabei klar als Spezialist für komplexe Gefahrenlagen. „Wir sind keine Nischeneinheit, die man vielleicht mal braucht – wir sind ein zwingend erforderlicher Baustein im Sicherheitskonzept unseres Landkreises“, machte Zugführer Daniel Hübchen deutlich.

Der vierte Zug der Umweltfeuerwehr konnte bei unterschiedlichsten Einsatzlagen, etwa als Fachberater Spezielle Rettung aus Höhen und Tiefen unterstützen und dieses spezielle Können beim Sommerfest der Firma Schnitger auf einer 60 Meter hohen Arbeitsbühne eindrucksvoll vorführen. Zudem war die Rettungsrobotik mit Drohnen regelmäßig im Einsatz, etwa bei einem Waldbrand in Verliehausen.

Für die Zukunft sieht sich die Umweltfeuerwehr gut aufgestellt. Mit Blick auf anstehende Veränderungen im Bevölkerungsschutz, einer stärkeren Einbindung in den Zivilschutz sowie möglichen neuen Fahrzeugen und Konzepten soll die Schlagkraft weiter erhöht werden. Auch personell gab es Veränderungen: Stefan Junge gab nach acht Jahren sein Amt als Zugführer des ersten Zuges ab. „Stefan ist ein Mensch, der Leistung gefordert, seine Kameraden aber auch gezielt gefördert hat“, sagte Kevin Hartmann. Junges Feuerwehrkarriere begann 1990, bereits 1998 war er als Lehrtaucher tätig. Mindestens 600-mal war er für die Kreisfeuerwehr als Feuerwehrtaucher „mit dem Kopf unter Wasser“, wie Hartmann berichtete. Im Jahr 2017 hatte er die Zugführung des ersten Zuges übernommen. Zu Junges Nachfolger wurde Maik Zimmermann gewählt, neuer stellvertretender Zugführer ist Kevin Hartmann. Im zweiten Zug ist Claus Carstens als neuer Gruppenführer aufgerückt, Lukas Wickmann hat die Funktion des stellvertretenden Gruppenführers neu inne.

In ihren Grußworten sprachen Kreisbrandmeister Bernard Krzepina und der stellvertretende Leiter des Fachbereichs Brand- und Katastrophenschutz der Kreisverwaltung, Felix Gabriel, den Kameradinnen und Kameraden ihren Dank für das oft hochspezialisierte Engagement in der Kreisfeuerwehrbereitschaft 4 aus. „Vielen Dank nicht nur für die gute Arbeit, sondern auch für die gute Zusammenarbeit“, betonte Marina Vieth, Leiterin Einsatz der Polizeiinspektion Northeim.

Im Rahmen der Versammlung wurden zudem Ehrungen ausgesprochen: Rene Hansmann erhielt die Hochwassermedaille des Landes Niedersachsen nachgereicht. Axel Bode wurde mit dem Ehrenkreuz in Silber des Deutschen Feuerwehrverbandes ausgezeichnet. Bode, der kurze Zeit nach der Jahreshauptversammlung verstorben war, war seit Juli 1997 Mitglied in der Kreisfeuerwehrbereitschaft 4, darunter 15 Jahre als Gruppenführer Technik des zweiten Zuges in leitender Funktion. Nach kurzer, schwerer Krankheit verstarb Bode im April. „Wir werden Axel als engagiertes, langjähriges Mitglied unserer Umweltfeuerwehr-Familie ein ehrendes Andenken bewahren“, sagt Bereitschaftsführer Martin Döscher.

Text und Foto: Konstantin Mennecke/Fachzug Bevölkerungswarnung und Öffentlichkeitsarbeit

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