Tag

THW

Browsing

Northeim / Stadt Northeim (hl) Bei dem Technischen-Hilfswerk, Ortsverband Northeim, fand ein Wechsel des Ortsbeauftragten statt. Zu der Feierstunde konnte Max Prumbohm  zahlreiche Helfer und Helferinnen des Technischen-Hilfswerks, Vertreter der einzelnen Hilfsorganisationen und Gäste begrüßen. Die Gäste waren:  Landesbeauftragte  vom Technischen-Hilfswerk für Bremen und Niedersachsen, Sabine Lackner,  1. Kreisrat des Landkreises Northeim, Jörg Richert,  Bürgermeister der Stadt Northeim, Simon Hartmann,  Mitglied des Niedersächsischen Landtages, Frauke Heiligenstadt und Kreisbrandmeister der Kreisfeuerwehr Northeim, Marko de Klein, sowie der stellvertretende Landessprecher des THW Niedersachsen, Thomas Kolodzi.

Marko de Klein, Jörg Richert, Zacharias Medecke, Oliver-Björn Dell, Thomas Kolodzi, Sabine Lackner, Frauke Heiligenstadt, Simon Hartmann. Foto: Horst Lange

Die Amtsübergabe wurde von Sabine Lackner vorgenommen:

In ihrer Laudatio sagte Sabine Lackner, das Sie gemeinsam mit den Helferinnen, Helfern, Vertreter der anwesenden Rettungsorganisationen und den Gästen die scheidenden und die neue Führungsspitze des THW in Northeim feiern wolle. Fünf Jahre lang lenkte Zacharias Medecke die Geschicke des Ortsverbandes Northeim und war der oberste Ansprechpartner des Technischen- Hilfswerk vor Ort. Nun gibt er aus privaten und beruflichen Gründen sein Amt zurück. Sabine Lackner dankte Medecke für die vergangenen Jahre, in denen er sich für das Technische-Hilfswerk eingesetzt und eine führende Position übernommen hat. Sie sagte weiter „ Sie haben sich in der Zeit für die Helferinnen und Helfer eingesetzt und sie sicher durch eine für das Technische Hilfswerk besonders Spannende Zeit geführt“. Zacharias Medecke hat sich dieser Aufgabe gestellt und den Ortsverband Northeim seit 2014 geführt. Zacharias Medecke bekam daraufhin die Abberufungsurkunde von Sabine Lackner mit den Worten „ Sie übergeben Oliver-Björn Dell heute einen guten Ortsverband. Ich hoffe, Sie können auf viele schöne Momente als Ortsbeauftragter zurück blicken und sagen, dass es gute Jahre waren“.

In der Berufungsurkunde, die Oliver-Björn Dell von der Landesbeauftragten unterschrieben überreicht bekam stand:  „ Die Berufung wird in der Erwartung vollzogen, dass Sie das Vertrauen rechtfertigen, welches Ihnen mit dieser Berufung entgegengebracht wird. Ich wünsch Ihnen für die Erfüllung der Aufgaben eine glückliche Hand und viel Erfolg“.

Oliver-Björn Dell ist im Alter von 10 Jahren, am 19. März 1998 zum Technischen-Hilfswerk gekommen. Mit dem Wechsel in den aktiven Dienst ging er dann in die Bergungsgruppe, wo er Truppführer der 2. Bergungsgruppe wurde. Zusätzlich übernahm er noch die Stelle des Helfersprechers und genoss bereits in dieser sensiblen Position das Vertrauen seiner Kameradinnen und Kameraden. Man kann sagen, dass er nicht nur im THW, sondern auch mit dem THW groß geworden ist.

Von Sabine Lackner konnte man weiter hören, das vor drei Monaten der „Gemeinwohl-Atlas Deutschland vorgestellt wurde. Dieser untersucht den gesellschaftlichen Nutzen von Organisationen und Institutionen. Bei dieser Studie wurden 12.000 Menschen befragt. Dabei  hat das Technische-Hilfswerk den zweiten Platz direkt hinter der Feuerwehr belegt.

Grußwort vom 1. Kreisrat Jörg Richert:

Richert benutzte die Gelegenheit allen Führungskräften, Helferinnen und Helfern des Ortsverbandes Northeim, auch im Namen der Landrätin Astrid Klinkert-Kittel, für das ehrenamtliche Wirken im Dienste der Humanität ganz herzlich zu danken. Richert sagte weiter, das die Mitglieder des THW-Ortsverbandes Northeim eines verbindet: Menschen zu helfen, die in Not geraten sind und das freiwillig und ehrenamtlich. Viele Menschen nehmen es heute ja als selbstverständlich hin, dass die Hilfsorganisationen immer und unverzüglich erscheinen, wenn sie gerufen werden.

Rickert dankte Zacharias Medecke für das Engagement und die gute und kooperative Zusammenarbeit in dieser Zeit mit den Rettungsgeräten im Landkreis Northeim. Nach seiner Wahrnehmung gibt es im Landkreis Northeim keine falsch verstandene Rivalität zwischen den Hilfsorganisationen, sondern eine positive Ergänzung der Möglichkeiten im Interesse einer effektiven Hilfeleistung für die Menschen.

Für die Bereitschaft den Posten des Ortsbeauftragten des THW Ortsverbandes Northeim zu übernehmen dankte er Oliver-Björn Dell. „Vielen Dank, dass sie bereit sind, in die Fußstapfen von Zacharias Medecke zu treten und diese sicherlich nicht einfache Position übernehmen“. Er wünschte Dell viel Kraft, Freude und einen großen Erfolg zur Leitung des THW Ortsverbandes Northeim.

Diesen Worten schlossen sich auch das Mitglied des Niedersächsischen Landtages, Frauke Heiligenstadt, Northeims Bürgermeister, Simon Hartmann und Kreisbrandmeister des Landkreises Northeim, Marko de Klein an.

Zum Schluss des Festaktes, bedankte sich Zacharias Medecke bei seinen Helferinnen und Helfern für die fünf Jahre, die wie er sagte, im Flug vergangen sind. Besonders dankte Medecke Oliver-Björn Dell, für die sehr konstruktive Zusammenarbeit in seiner Funktion als Helfersprecher. Weiterhin wünschte er „Olli“ alles Gute und immer ein glückliches Händchen bei dem neuen Job als Führungskraft. Damit er alle Daten und Infos hat, übergab Medecke dem „Olli“ einen Computer und Unterlagen für die anstehende Arbeit.  Dell bedankte sich ebenfalls bei den Helferinnen und Helfern für die bisherige Zusammenarbeit und Unterstützung. Dell ist die Zusammenarbeit mit sämtlichen Organisationen im Landkreis wichtig. Er sagte: „Zusammen sind wir stark und können was bewegen und erreichen, einer hilft und unterstützt den anderen, was der eine nicht hat, das hat der andere“. Dell ist es vor allem die Jugendarbeit wichtig.  Ein großer Teil des Nachwuchses vom THW kommt aus der Jugendgruppe. Dieses wird Dell versuchen weiter zu fördern.

Text und Fotos: Horst Lange, Kreisfeuerwehr Northeim

Update, 14. Juni: Die Reiterstaffel der Polizeidirektion Hannover hat sich für den Aktionstag ebenfalls angekündigt. Zwei Reiter kommen zum Tag der Retterinnen und Verkehrssicherheitstag und werden in Aktion zeigen, dass die Pferde weder vor Randale, Feuer, Demonstranten, Fahnen oder Ähnlichem zurückweichen. Wie stressresistent Tiere und Reiter sind, wie sie ausgebildet werden und vieles mehr gibt es in zwei Vorführungen ab 11.45 Uhr und 14.30 Uhr zu sehen. Fragen können außerdem jederzeit an die besondere Einheit der Polizei gestellt werden.

Die Veranstaltung begleiten wir im Liveblog auf www.kfv-nom.de sowie in Kooperation mit der Polizeiinspektion Northeim auf Twitter unter dem Hashtag #TdRNOM.

###

Northeim – Mitmachen, begeistert sein und vielleicht Teil einer großen Gemeinschaft werden: Das alles und vieles mehr ist am Sonntag, 16. Juni, beim Tag der Retterinnen und beim Verkehrssicherheitstag in Northeim möglich. Die gemeinsame Aktion sämtlicher Rettungsorganisationen findet von 10 bis 16 Uhr auf dem Northeimer Mühlenanger statt.

Viel zu tun, reichlich Schweiß und wenig schlaf gab es am Wochenende für die ehrenamtlichen Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerk (THW) aus Einbeck. Denn es wurde im Stadtgebiet die diesjährige Einsatzübung abgehalten und diese verlangte so einiges von den THW Helferinnen und Helfern.

Die diesjährige 2 Tage Übung der Ehrenamtlichen Katastrophenschützer aus Einbeck war etwas anders, als in den letzten Jahren zuvor. Begonnen wurde am Freitagabend, damit dass noch ergänzende Ausstattung auf die Einsatzfahrzeuge geladen wurde und noch auf ein weiteres Einsatzfahrzeug gewartet werden musste.

Denn bedingt durch die Ausmusterung unseres Gerätekraftwagen I und da es noch kein Ersatzfahrzeug für unsere 1. Bergungsgruppe gibt, stand dieser Gruppe kein Einsatzmittel zur Verfügung. Hier half uns der Ortsverband Holzminden mit ihrem GKW I nebst Kraftfahrer aus.

Gegen 21 Uhr wurden die Einsatzkräfte dann über Funk zu einem Einsatz zum Forstrettungspunkt: „Northeim-094“ gerufen. Dort wurde eine Person vermisst, die zuvor allein im Wald zur Aufforstung unterwegs war.

Zunächst kümmerte sich der Zugtrupp um die Ermittlung des genauen Einsatzortes, dazu rief man in der Einsatzleitstelle des Landkreis Northeim an und so konnte sehr schnell der Einsatzort ermittelt werden. Dieser lag in der Einbecker Ortschaft Stroit, am dortigen Dorfgemeinschaftshaus.

An der Einsatzstelle angekommen, wurden die THW Kräfte von einem Angehörigen in Empfang genommen. Dieser teilte ihnen weitere Informationen mit: Wie die Person aussieht, Was Sie im Wald getan hat und übergab den Einsatzkräften auch eine weitere Koordinate wo der genaue Einsatzort war. Da das Waldgebiet wo die Koordinate lag aber sehr groß und weitläufig war und der Angehörige auch über Ortskunde verfügte, lotste dieser nach kurzer Rücksprache die Einsatzkräfte durch den Wald in das Gebiet wo die Person vermisst wurde.

Nun galt es eine Fläche von ca. 150m x 300m abzusuchen. Da die Dunkelheit mittlerweile hereingebrochen war, wurde zunächst das Gebiet mit Hilfe der Netzersatzanlage und dessen Lichtmast, sowie weiteren Scheinwerfern ausgeleuchtet. Danach wurde eine Suchkette gebildet und der Wald systematisch abgesucht.

Nach kurzer Suche konnte die Person auch unter einem Baumstumpf gefunden werden. Mit Hilfe des Greifzuges wurde die Person befreit und mit dem Schleifkorb aus dem Wald gebracht.

Erschwerend bei diesem Einsatz war, dass auftauchen von zwei Sportlerinnen die die Einsatzkräfte teilweise in ihrer Arbeit ablenkten und störten. Hier mussten die THW Kräfte Ruhe bewahren und sich ebenfalls um diese „Gaffer“ an der Einsatzstelle kümmern, damit diese die Rettungsarbeiten nicht behindern.

Mit dieser Nächtlichen Einsatzlage endete der Freitagabend, bevor es am Samstagmorgen mit einer Stationsausbildung weiterging.

Auf dem Gelände der ehemaligen Stadtgärtnerei in Einbeck, gab es an drei Stationen verschiedene Ausbildungsschwerpunkte. An einer Station wurde das Arbeiten mit der Betonkettensäge und dem Kernbohrgerät geübt. Hier konnte an alten Garagen auch mal Praxisnah das Gerät in den Einsatz gebracht werden.

An den anderen beiden Stationen drehte sich dann alles um Wandabstützungen. Einmal mit Hilfe des Einsatzgerüstsystemes und einmal mit Hilfe von Holzkunstruktionen. Hier wurde den Helfern gezeigt wie unter anderem Strebstützen erstellt werden und diese in der Wand befestigt werden. Da unser Ortsverband über kein ASH System verfügt wurde sich hier zur Ausbildung mit einfachen Kanthölzern bedient um die Funktion und Arbeitsweise zu zeigen.

An der anderen Station wurde mit Hilfe des Einsatzgerüstsystem (EGS) eine 4x2m Wandabstützung erstellt. Hier wurde auch auf die Isolierung von Gebäuden hingewiesen. Denn diese müsste im Vorfeld entfernt werden um eine richtige Abstützung des Gebäudes oder der Wand zu ermöglichen.

Nachdem Mittagessen folgte dann eine weitere Einsatzübung. Als Ausgangslage wurde ein Gebäudebrand im Deinerlindenweg in Einbeck angenommen. Es wurden mehrere Personen vermisst und ein angrenzendes  Nebengebäude war Teileingestürzt.

Nachdem diese Mitteilung über Funk abgesetzt wurde, machte sich der Technische Zug, sowie ein Löschzug der Feuerwehr Einbeck auf den Weg zur Einsatzstelle. Am Einsatzobjekt angekommen wurden die Kräfte schon durch laute Hilferufe einer Frau aus dem 1. Obergeschoss in Empfang genommen.

Der Zugführer des THW und der Einheitsführer der Feuerwehr Erkundeten zunächst zügig die Einsatzstelle und legten dann die Raumordnung sowie die Einsatzschwerpunkte fest. Die Feuerwehr übernahm als erstes die Menschenrettung der Frau aus dem 1. OG mit Hilfe der Drehleiter und kümmerte sich um die Brandbekämpfung im Erd- und Kellergeschoss.

Das THW richtete mit dem Zugtrupp derweil eine Zugbefehlsstelle ein um den Einsatz zu Führen. Weiterhin wurde die 2. Bergungsgruppe damit beauftragt, mit Hilfe der Betonkettensäge einen Zugang zum Nebengebäude zu schaffen. Da dort weitere Personen vermisst wurden.

Die 1. Bergungsgruppe unterstütze die Feuerwehrkräfte bei der Suche nach Personen im Gebäude mit weiteren Atemschutzkräften. Hier aber nur in den Verrauchten Bereichen im 1. Obergeschoss. Da hier die Treppe eingestürzt war, war dieses ein großes Hindernis. Denn die THW Kräfte mussten so mit Hilfe der Drehleiter ins 1. Obergeschoss vorrückten.

Im 1. Obergeschoss konnten die THW Kräfte auch zwei Personen lokalisieren und dann mit Hilfe der Drehleiter ins Freie bringen. Ungewöhnlich war hier die Arbeit des THW gemeinsam mit der Drehleiter der Feuerwehr, da dieses doch keine Alltägliche Arbeit des Technischen Hilfswerkes ist.

Unterdessen verschaffte sich die 2. Bergungsgruppe Zutritt zum Nebengebäude und konnte auch dort recht schnell die vermisste Person finden. Diese wurde dann ebenfalls ins freie gebracht und an den Rettungsdienst zur weiteren Versorgung übergeben.

Als alle Personen gerettet waren und auch die Feuerwehr die Brandbekämpfung abgeschlossen hatte, endete ein Informatives und anstrengendes Ausbildungswochenende für die Ehrenamtlichen THW Kräfte aus Einbeck.