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Der alte und auch neue Kreisjugendfeuerwehrwart des Landkreises Northeim heißt Florian Peters. Er wurde am Samstag beim Kreisjugendfeuerwehrtag von den Delegierten mit deutlicher Mehrheit in seinem Amt bestätigt. Ebenfalls im Amt bestätigt wurde Schriftführer Achim Hesse.

Peters konnte in seinem Jahresbericht außerdem gute Nachrichten verkünden. Die Zahl der Mädchen und Jungen, die im Kreis Northeim in den Jugendfeuerwehren aktiv sind, ist erstmals seit Jahren wieder angestiegen. 844 Mitglieder sind zum Jahreswechsel in den Jugendfeuerwehren aktiv. Das sind 57 mehr als noch vor einem Jahr. 40.612 Stunden haben die Jugendfeuerwehrwarte und Betreuer im vergangenen Jahr in den 67 Jugendfeuerwehren in die Ausbildung, Vorbereitung und in Sitzungen investiert. „Würde man das nach Mindestlohn vergüten, wären das über 373.000 Euro“, sagte Peters.

Peters merkte an, dass der Wohnortwechsel und die Berufsausbildung weiterhin die am häufigsten genannten Gründe sind, weshalb die Feuerwehren Mitglieder der Jugendfeuerwehr verlieren.

Die Kreisjugendfeuerwehr und die Kreiskinderfeuerwehr rücken außerdem noch enger zusammen, um sich gemeinsam für die Zukunft der Feuerwehren der Region stark zu machen. Der bisherige Kreiskinderfeuerwehrwart Matthias Pankalla wird künftig als weiterer stellvertretender Kreisjugendfeuerwehrwart im Vorstand der Kreisjugendfeuerwehr aktiv sein und den Fachbereich Kinderfeuerwehr übernehmen. Möglich macht dies eine beschlossene Änderung der Satzung der Kreisjugendfeuerwehr. Außerdem werden die Kinderfeuerwehren stimmberechtigt beim künftigen Kreiskinder- und Jugendfeuerwehrtag.

Verleihung der Jugendflamme Stufe 3

Beim Kreisjugendfeuerwehrtag haben 18 Jugendliche einen Löschangriff vorgeführt und ihre Projekte vorgestellt, die sie für die Jugendflamme Stufe 3 durchgeführt haben. Die Jugendflamme der Stufe 3 erhalten haben Marlon Weifenbach, Jasmine Kappel, Jannis Kieferm Chiara Jordan, Angelina Groß, Konrad Kulla, Kim-Saskia Risch (alle Stadt Uslar), Mohammed Hedi, Svenja Kühnemund, Lisa Bremer, Tim-Luca Friedrich (alle Stadt Northeim), Tamara-Nathalie Fröchtenicht (Flecken Nörten-Hardenberg), Patricia Koch, Lara Kleinfeld, Johannes Doms, Henrike Stöckemann, Hendrik Hillebrecht und Janis-Max Doms (alle Gemeinde Kalefeld).

Die erfolgreichen Jugendflamme Stufe 3-Absolventen
Die erfolgreichen Jugendflamme Stufe 3-Absolventen. Foto: Mennecke/Kreisfeuerwehr

Ehrungen

Das Ehrenzeichen der Niedersächsischen Jugendfeuerwehr für besondere Leistungen erhalten haben: Tobias Voß (JF Northeim), Jürgen Steinmann (JF Schönhagen), Mike Halves (JF Oldenrode), Jens Rittgerodt (JF Hohnstedt) und Jessica Hundertmark (KF Langenholtensen). Kreisjugendfeuerwehrwart Florian Peters wurde außerdem von Manfred Voß zum Brandmeister befördert.

Geehrte und Gratulanten (von links): Erster Kreisrat Jörg Richert, Vize-Kreisbrandmeister Manfred Voß, Jessica Hundertmark, Jens Rittgerodt, Mike Halves, Jürgen Steinmann, Tobias Voß, der Vorsitzende des Brand- und Katastrophenschutzausschusses Karl-Heinz Hagerodt und Bad Gandersheims Bürgermeisterin Franziska Schwarz.
Geehrte und Gratulanten (von links): Erster Kreisrat Jörg Richert, Vize-Kreisbrandmeister Manfred Voß, Jessica Hundertmark, Jens Rittgerodt, Mike Halves, Jürgen Steinmann, Tobias Voß, der Vorsitzende des Brand- und Katastrophenschutzausschusses Karl-Heinz Hagerodt und Bad Gandersheims Bürgermeisterin Franziska Schwarz. Foto: Mennecke/Kreisfeuerwehr

Der stellvertretende Kreisbrandmeister Manfred Voß, der sich selbst als „Kind der Jugendfeuerwehr“ bezeichnete, lobte die Entwicklung der Jugendorganisation. „Jugendsprecher oder ein Jugendforum gab es zu meiner Zeit damals noch nicht. Die Mitbestimmung ist aber zentraler Bestandteil unserer Jugendarbeit geworden“, sagte Voß. Bad Gandersheims Bürgermeisterin Franziska Schwarz freute sich über die positive Entwicklung der Mitgliederzahlen. „Es wird zwar noch etwas dauern, bis die Kinder, für die jetzt zusätzliche Kita-Plätze geschaffen werden, in die Kinder- und Jugendfeuerwehren kommen. Es tut sich aber demografisch etwas“, sagte Schwarz mit positivem Blick in die Zukunft. Der erste Kreisrat Jörg Richert betonte, dass viele Mädchen und Jungen in der jetzt abgeschlossenen Karnevalszeit wieder als Feuerwehrleute verkleidet waren. Diese Kindheitshelden haben viele zum Anlass genommen, selbst Mitglied in einer Kinder- und Jugendfeuerwehr zu werden. „Sie sind die Einsatzkräfte von Morgen und darauf sind wir als Landkreis stolz“, so Richert. Karl-Heinz Hagerodt, Vorsitzender des Brand- und Katastrophenschutzausschusses des Landkreises Northeim, lobte das Engagement aller Jugendfeuerwehren im Kreis, die durch ihre hochwertige Ausbildung zum Mitglieder-Aufschwung beigetragen haben und sicherte weiterhin die volle Unterstützung seitens des Landkreises zu.

Der nächste Kreisjugendfeuerwehrtag findet am Samstag, 7. März, in Dassel statt. Die Kreisleistungswettbewerbe 2020 werden am 14. Juni 2020 in Einbeck ausgetragen. Das haben die Jugendfeuerwehren einstimmig beschlossen.

Seit zehn Jahren fördert die Volksbank eG in Seesen die Kinder- und Jugendfeuerwehren in ihrem Geschäftsgebiet. Und seit 10 Jahren ist es Tradition, dass ein Minister aus dem Niedersächsischen Landtag bei der Übergabe in Seesen dabei ist. In Seesen war jetzt Startschuss für die neue Förderungsrunde, die letztlich auch die Jugendfeuerwehren des Landkreises Northeim betrifft.

Wenn im Schulungsraum der Feuerwehr Hammenstedt Ausbildungsdienst für die Jugendfeuerwehr und die Einsatzabteilung stattfindet, dann sind die Handys mindestens lautlos in den Hosentaschen verstaut. Am Samstag war allerdings alles anders. Pausenloses Geklingele und Getippe bestimmte den Nachmittag – und das aus einem guten Grund.

Für eine bessere räumliche und technische Ausstattung für die Feuerwehren hat sich die Jugendfeuerwehr Echte um Jugendfeuerwehrwart Konstantin Mennecke gemeinsam mit Bundestagsabgeordneten Dr. Roy Kühne stark gemacht.

Sie haben einen gemeinsam mit 23 Mädchen und Jungen verfassten Brief an Innenminister Horst Seehofer überreicht. Entstanden war die Idee dafür im diesjährigen Zeltlager am Steinhuder Meer, bei dem Kühne mit den Jugendfeuerwehrmitgliedern aus Echte ins Gespräch gekommen war.

Die zehn- bis 15- Jährigen drücken in ihrem Schreiben ihre Sorgen über die aktuelle Situation der Feuerwehren aus. Zwar investieren Städte und Gemeinden nach ihren finanziellen Möglichkeiten in die Ausstattung der Feuerwehren, allerdings seien diese auch bedingt durch Entschuldungsprogramme begrenzt. „Die Räumlichkeiten, sanitären Anlagen etc. entsprechen zum einen optisch und technisch nicht mehr den heutigen Standards, zum anderen gibt es häufig aber auch keine sogenannte Schwarz/ Weißbereichstrennung. Das bedeutet konkret: Einsatzkleidung, die nach Bränden mit Rauch kontaminiert ist, kommt schnell auch mit privater Kleidung in Kontakt“, heißt es
in dem Schreiben.

Außerdem wünschen sich die Jugendlichen, die in wenigen Jahren selbst in die Einsatzabteilung der Feuerwehr Echte übernommen werden, mehr Wertschätzung für ihre zukünftige und die jetzige Arbeit der freiwilligen Feuerwehrleute. Mögliche Option sei beispielsweise eine Ehrenamtscard, die Vergünstigungen beispielsweise beim Freibadbesuch ermöglichen. Das Modell der Ehrenamtscard gibt es bundesweit bereits vereinzelt, allerdings längst noch nicht flächendeckend.

An diesen Stellen wünschen sich die Nachwuchsfeuerwehrleute sowie die Jugendfeuerwehrführung eine bessere Unterstützung von Seiten des Bundes, damit die Feuerwehren von Morgen, in die die Mädchen und Jungen hineinwachsen, für die Zukunft gut aufgestellt sind. Möglich könne das unter anderem durch umfangreichere Förderprogramme für den Neubau oder die Sanierung von Feuerwehrhäusern oder die Co-Finanzierung von Fahrzeug-Neubeschaffungen werden.

Auch der Punkt Katastrophenschutz-Fahrzeuge kommt zur Sprache. „Unwetterereignisse, die in diesem Jahr auch unseren Heimatlandkreis Northeim durch Sturm und Starkregen mehrfach schwer getroffen haben, zeigen, dass der Bestand an Katastrophenschutzfahrzeugen weiter ausgebaut werden muss.“ Da die beschriebenen Situationen auf die Feuerwehren bundesweit übertragbar sind, haben sich die Nachwuchs-Brandschützer direkt an Innenminister Seehofer gewandt.

„Die kaum noch zählbaren Stunden an ehrenamtlicher Arbeit investieren wir alle gerne und mit Herzblut in unser Ehrenamt. Wir wünschen uns und den vielen anderen betroffenen Feuerwehren aber einen dafür würdigen Rahmen, eine den zukünftigen Herausforderungen angepasste Ausstattung und eine Wertschätzung, die der Bereitschaft, sich als Kind schon für die Gesellschaft zu engagieren und als Erwachsener 24 Stunden für den Ernstfall bereitzustehen, gerecht wird“, heißt es in dem Schreiben an Horst Seehofer abschließend.

Unser Foto zeigt Bundestagsabgeordneten Dr. Roy Kühne (links) und Jugendfeuerwehrwart Konstantin Mennecke (rechts) bei der Übergabe des Schreibens an Innenminister Horst Seehofer.