FB Einsatzhygiene

Wo ist evtl. das Problem?
Brandrauch enthält immer gesundheitsschädliche Stoffe, die über Mund, Augen, Atemwege oder die Haut/Schleimhaut in den Körper aufgenommen werden können. Insbesondere in heißem Brandrauch sind die Schadstoffe in höherer Konzentration gasförmig vorhanden und sind dadurch leichter aufnehmbar. Aber auch in kaltem Brandrauch oder an Ruß, Kondenswasser, Löschwasser oder Flugasche können Schadstoffe gebunden sein.

Andreas Beste
FB Einsatzhygiene

Aber nicht nur Brandrauch oder andere Brandreste kann eine Ursache für Gesundheitsgefahren sein. Zusätzliche Gefährdungen können auch durch an den Schadenstellen vorhandenen oder freigesetzten Roh-, Hilfs-, Betriebsstoffe, Baustoffe entstehen. Ferner können durch – Fäkalien von Tieren und Menschen (z. B. durch übergelaufenen Klärgruben /-anlagen bei Hochwasser) – durch Kadaver und deren freigesetzten Sekrete (ebenfalls z. B. bei Hochwasser) – und durch Fremdblut bei Verkehrsunfällen gesundheitliche Gefährdungen entstehen.

Die Person des Fachberaters
Andreas Beste ist von Beruf Fachkraft für Krankenhaushygiene im Institut für Krankenhaushygiene und Infektiologie an der Universitätsmedizin in Göttingen (UMG). Er war/ist seit 1973 ehrenamtlich im Katastrophenschutz tätig, so zum Beispiel beim DRK (aktiv gewesen), THW (beratend), Medical Task Force (MTF) der Polizeidirektion Göttingen (beratend), Feuerwehrbereitschaft 4 (FB4) Kreisfeuerwehr Northeim aktiver Berater, FB4 Arztgruppe (aktiv gewesen), Ortsfeuerwehr Nörten Mitte (aktiv gewesen), Kreisausbildung Kreisfeuerwehr Northeim (aktiv). Aufgrund dieser beruflichen und ehrenamtlichen Erfahrung ergibt sich seine Kenntnis zu den Fragestellungen rund um das Thema der Hygiene bei der Feuerwehr.

Einsatzhygiene bedeutet Selbstschutz!
Um diesbezüglich zu sensibilisieren und fachgerecht im Sinne des Gesundheitsschutzes der Kameraden*innen zu handeln, bietet der Kreisfeuerwehrverband Northeim seinen Mitgliedern den fachlichen Rat zu dem Thema „Einsatzhygiene“ mit der Person von Andreas Beste an.

Der Fachberater Einsatzhygiene im Einsatz
Der Fachberater Einsatzhygiene kann EINZELN durch die Einsatzleitung der jeweils zuständigen Gefahrenabwehrstelle über die Feuerwehr- und Rettungsleitstelle des Landkreises Northeim mit dem Alarmstichwort „Fachberater Einsatzhygiene“ angefordert werden. Er unterstellt sich an der Einsatzstelle der zuständigen Einsatzleitung und steht dann mit seinem Rat zur Verfügung. Er kann in Rücksprache mit der Einsatzleitung, wenn erforderlich gezielte Unterstützung anfordern und es können Einheiten (wie z. B. Ortswehren mit Dekon-Ausrüstung oder die Einheit „Dekon-Klein“ der FB4 die sich mit Dekontaminationsmaßnahmen auskennen und z. B. Wechselwäsche mitbringen) in den Einsatz nachgefordert werden,

Das Angebot des Fachberaters darüber hinaus
Andreas Beste bietet unter anderem eine Unterrichtseinheit von ca. einer Stunde Dauer an, welche das Wissen rund um das Thema Einsatzhygiene bei den Feuerwehrleuten vertiefen und gegenüber den unsichtbaren Gefahren sensibilisieren soll. Diese Unterrichtseinheit kann z.B. zu den Dienstabenden vor Ort in den einzelnen Wehren angefragt werden. Ferner bietet er Informationsabende / Schulungen an wie z. B. zu den Themen

  • Hygiene bei der Jugendfeuerwehr
  • Impfempfehlungen für Feuerwehren
  • Die Feuerwehr im biologischen Einsatz
  • Feuerwehren im Gefahrstoffeinsatz oder Betrieb einer Dekonstelle

Mehr Infos zum Thema

Ein Beispiel aus der Unterrichtseinheit zur „Einsatzhygiene“ als Tipp für die Praxis:
Kurzbeschreibung einer Grob-Dekonstelle bei einem Brandeinsatz nach dem Konzept des Fachberaters aus dem Jahre 2001 zur Personen-Dekon UND im Nachgang wäre mit diesem Konzept auch eine Gerätereinigung / -dekontamination an der Einsatzstelle möglich

Rubriklistenbild: Lukas Hampe/Kreisfeuerwehr