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Lukas Hampe

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Lukas Hampe ist Mitglied in einer Stützpunktfeuerwehr und der Technischen Einsatzleitung. Primär deckt er als Teil der Kreispressegruppe die Umgebung der Gemeinde Nörten-Hardenberg, sowie die Stadtgebiete Hardegsen, Northeim und Moringen ab.

Wie für viele Feuerwehren stellt auch für die Stützpunktfeuerwehr Nörten-Hardenberg Mitte die Auslösung einer automatischen Brandmeldeanlage eine Vielzahl an Einsätzen dar. In der Regel sind dies Fehlalarme. Immer wieder zeigt sich allerdings, dass auch ein Realfall dahinter stecken kann – dadurch werden Brände sehr früh erkannt.

Wo sich Handlungsabläufe immer wiederholen, entsteht Routine – auch die Feuerwehr kann sich davon nicht freisprechen. In vielen Einsätzen ist das sicherlich von Nützlichkeit, denn Routine schafft Sicherheit, beispielsweise beim Anlegen der Atemschutzgeräte. Allerdings sollte dieser Standard keine Auswirkungen darauf haben. wie der Einsatzleiter die Lage beurteilt, denn dies ist bei jedem Objekt und jeder Situation anders. „Alles kann, nichts muss“ heißt es in der Notfallmedizin – auch für Feuerwehreinsätze ein denkbarer Spruch. Die BMA die sonst, wie die ganzen Male davor in der Nacht um 4 Uhr einfach zurück gestellt werden muss, enthüllt plötzlich einen Zimmerbrand – einer von vielen Gründen, jeden Einsatz ernst zu nehmen und sich im Kopf auf alle Situationen vorzubereiten.

Um nicht in die negative Art der Routine zu fallen, führt die Feuerwehr Nörten Mitte regelmäßig Übungen durch, um genau diese Denkweise wieder anzuregen, um auf alles vorbereitet zu sein. Diesmal wurde eine BMA-Auslösung in einer Halle einer Firma simuliert. Beim Eintreffen erfuhren die Kräfte allerdings, dass es es diesmal wohl kein Fehlalarm ist…

Wir waren für euch dabei und haben einige Fotos mitgebracht. Ebenfalls eingefügt haben wir unter den Fotos den Einsatzbericht der Feuerwehr Nörten Mitte.

Am 06.05.2019 wurden wir gegen 17:56 Uhr zu einer Ausgelösten Brandmeldeanlage in die Jochen-Busch-Straße gerufen. An der Einsatzstelle angekommen, wurde die Brandmeldeanlage inspiziert und sich die Lagekarten genommen. Im hinteren Bereich (Lagerbereich) waren mehrere Melder aufgelaufen. Der Fahrzeugführer des HLF Nörten lies die anrückenden Fahrzeuge im hinteren Bereich des Hofes Aufstellung nehmen. Mehrere Trupps unter Atemschutz wurden in das Gebäude zur Erkundung geschickt. Aufgrund der Einsatztiefe und Größe des Objektes wurden die Feuerwehren Parensen (Atemschutz Reserve) und Sudershausen (Atemschutzdokumentation) nachalarmiert. Beide Feuerwehren konnten kurze Zeit später zum Einsatz kommen. Ebenfalls wurde für die Ortsfeuerwehr Nörten Mitte Vollalarm ausgelöst. Neben einer verletzten Person musste 1 Trupp unter Atemschutz gerettet werden. Im Nachgang bedankte sich die Geschäftsführung der ansässigen Firma mit einem kleinen Imbiss bei allen für die geleistete Arbeit und deren Einsatz. Einsatzende war gegen 20:30 Uhr. Ein besonderer Dank gilt auch der Kreispressegruppe des Landkreises Northeim, welche uns dabei unterstützt hat.

Am Samstag den 27.04.2019 führte die Kreisfeuerwehrbereitschaft 2 des Landkreises Northeim eine Bereitschaftsübung mit allen ihrer Züge durch. Regelmäßig treffen sich die Fahrzeuge in ihren Zügen und halten theoretische und praktische Ausbildungen ab. Ein paar Mal pro Jahr treffen alle Züge aufeinander, wenden das Gelernte an und trainieren die Koordination. Bei Rund 100 Helfern sicherlich keine einfache Aufgabe.

 

Diesen Samstag hatten die Mitglieder die Chance, die Menschenrettung vieler Personen aus einer mit Übungsrauch gefüllten Lagerhalle zu retten. In ihr war die Sicht deutlich herabgesetzt, schwere Maschinen und hoch gestapelte Rundballen erschwerten die Rettung einiger Personen. Die Feuerwehrleute waren allerdings kreativ: Zur Hilfe kam u.a. ein Brett was zufällig in der Halle lag – ideal um Menschen runter gleiten zu lassen. Im Verlauf entdeckten sie eine Person, welche unter einer Schaufel von einem Traktor eingeklemmt war. Für schweres Gerät keine Zeit – sofort improvisierten sich die Retter aus dem Angriffstrupp einen Hebel und befreiten den Eingeklemmten.  Diverse, mit gefährlichen Stoffen gefüllte Behälter, mussten untersucht werden. Glücklicherweise waren alle noch dicht verschlossen, die Informationen über die Stoffe wurden an die Einsatzleitung weitergegeben.

 

Während die Trupps im Inneren mit der Rettung beschäftigt waren, gab es draußen andere Herausforderungen: Während die einen möglichst viel Wasser abnehmen mussten, um die umliegenden Gebäude vor den Flammen zu schützen, waren andere Fahrzeuge schwer damit beschäftigt, genügend Wasser anzuliefern. Anfangs mit Tanklöschfahrzeugen im Pendelverkehr, welche einen Ausgleichsbehälter mit Wasser füllten. Später kam das Wasser über eine etwa 3 Km lange Schlauchleitung zum Brandobjekt.

 

Im Anschluss an die Übung gab es noch Grillgut mit Beilage von dem 4. Zug – unserer Verpflegungskomponente.
Der Bereitschaftsführer Philip Semmler war mit seinen Kameraden zufrieden. Er bedankt sich für die rege Teilnahme trotz des schlechten Wetters.