Author

Konstantin Mennecke

Browsing
Brandmeister Konstantin Mennecke ist stellvertretender Kreisjugendfeuerwehrwart für den Brandabschnitt Nord/Ost und leitet die Öffentlichkeitsarbeit der Kreisjugendfeuerwehr und Kreisfeuerwehr.

In den kommenden Tagen werden nicht nur ergiebige Regenfälle in der Region erwartet, sondern es kommt auch immer wieder zu Gewittern. Für den Landkreis Northeim gilt folgende Warnung bis Dienstagmittag, 12 Uhr: Es tritt ergiebiger Dauerregen wechselnder Intensität auf. Dabei werden Niederschlagsmengen zwischen 40 l/m² und 60 l/m² erwartet. In Staulagen werden Mengen bis 80 l/m² erreicht.

Vielleicht kennen Sie aus Großmutters Zeiten den Satz „Eichen sollst du weichen, Buchen musst du suchen“. Bitte vergessen Sie diesen Merksatz, der im Ernstfall lebensgefährlich werden kann. Blitze suchen sich aus den Gewitterwolken den kürzesten Weg zur Erde, hohe Gebäude, Strommasten oder eben Bäume in exponierten Lagen sind ideal für Gewitterzellen und stellen deshalb ein besonderes Risiko dar. Jährlich kommen laut Feuerwehr-Unfallkasse Nord zwischen fünf und zehn Menschen durch Blitzschlag ums Leben. Das kann durch einfache Hinweise vermieden werden.

  1. Ist Gewitter vorhergesagt, sollten Sie den Aufenthalt im Freien meiden. Das Auto wirkt als faradayscher Käfig und ist deshalb sicher. Da bei schweren Unwettern aber auch Bäume umstürzen und Dachziegel von Häusern fliegen können, sind feste Gebäude vorzuziehen.
  2. Gibt es keinen festen Unterstand, so suchen Sie den tiefsten Punkt im Gelände auf, das können Mulden, Talsenken oder Gräben sein. Dort sollten Sie in die Hocke gehen und die Beine mit den Armen umfassen. Meiden Sie nahe stehende Bäume!
  3. Leitende Teile wie Metallzäune, außerdem zu Waldrändern und Baumgruppen einen Abstand von mindestens drei Metern halten
  4. Veranstaltungen wie Fußballspiele oder sonstige Wettkämpfe auf freier Fläche sollten bei herannahendem Gewitter abgebrochen werden. Dort kommt es immer wieder zu Unfällen durch Blitzschlag. Insbesondere die Nähe zu Fluchtlicht- und Fahnenmasten ist gefährlich.
  5. Ein aufgespannter Regenschirm sollte bei Gewitter vermieden werden.
  6. Die Entfernung des Gewitters kann durch die Zeit vom Blitz bis zum Donner errechnet werden. Die Anzahl der Sekunden * die Schallgeschwindigkeit von 343m/sek.
  7. Vom Blitz getroffenen Personen muss schnell geholfen werden. Meist tritt der Atemstillstand neben schweren Verbrennungen ein, die Erste Hilfe kann über Leben und Tod entscheiden. Immer jedoch auch die eigene Sicherheit beachten!
  8. Beobachten Sie den Warnverlauf vor Unwettern in Apps wie vom Deutschen Wetterdienst genau.

Bei Starkregen gilt außerdem: Kleine Bäche können sich bei heftigen Wolkenbrüchen in Sekundenschnelle in reißende Flüsse verwandeln. Halten Sie sich deshalb bei Starkregen nicht in Kellern auf. Hier kann das Wasser durch Fenster oder durch einen Rückstau aus der Kanalisation in kürzester Zeit gefährlich werden.

Großaufgebot an Einsatzkräften am Donnerstagabend gegen 19.30 Uhr in Uslar: Die Feuerwehr hat zusammen mit dem Deutschen Roten Kreuz im Wahrzeichen der Stadt, dem Alten Rathaus, den Ernstfall geprobt.

17 Verletztendarsteller, gestellt unter anderem von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft, Ortsgruppe Uslar, und der Feuerwehr, haben die Einsatzkräfte am Abend gefordert.

Die Ausgangslage der Übung: Während einer Sitzung in dem historischen Gebäude hat die Brandmeldeanlage ausgelöst. Die Situation wird unübersichtlich, mehrere Personen werden im Trubel verletzt und Flammen schlagen aus dem Rathaus-Turm. Rund 60 Einsatzkräfte haben die Lage umfangreich erkundet, unter Atemschutz Menschen gerettet, die Patienten versorgt und die Wasserversorgung getestet.

Die besondere Herausforderung bei der Übung war unter anderem das Gebäude selbst. Vom Dachboden bis ins Trauzimmer im Gewölbekeller waren die Personen verteilt und mussten gefunden und sicher ins Freie gebracht werden.

Die Beobachter Jan Renneberg, der die Übung ausgearbeitet hat, und Uslars Stadtbrandmeister Jörg Jacob waren hinterher mit dem Verlauf zufrieden. Für alle Retter gab es im Anschluss dann eine Stärkung bei der Feuerwehr.

Ein solcher Tag ist eine absolute Besonderheit: Die Stützpunktfeuerwehr Naensen hat jetzt zwei neue Einsatzfahrzeuge durch die Stadt Einbeck überreicht bekommen. Ein neues Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug und ein neues Löschgruppenfahrzeug kann die Feuerwehr nun ihr Eigen nennen. Rund eine halbe Million Euro hat die Bierstadt dafür investiert.

Durch ständig sinkende Mitgliederzahlen in den Feuerwehren hat nun eine Firma aus Hessen reagiert. Durch ein aufwendiges Losverfahren wurde die Feuerwehr Markoldendorf als Testfeld gezogen.

Die Prototypen des fernsteuerbaren Feuerwehrmannes vom Typ FdZ400 Firebotsind vor einigen Tagen eingetroffen. Insgesamt habe man 6 dieser Prototypen erhalten, so Ortsbrandmeister Manuel Schaper. Die fernsteuerbaren Roboter werden aus dem Einsatzleitwagen von drei Personen gesteuert. Ein Trupp besteht immer aus 2 Kameraden, die dann vom PC aus gesteuert werden können, da sie eine Kameraübertragunghaben. Die FdZ400 Firebot haben ein integriertes Sprachmodul, um mit Passanten und Kameraden Kontakt aufzunehmen. Das Soundmodul kann bis zu 12 verschiedene Sprachen aufrufen. Man reagiere so auf den Wandel der Zeit, so die Entwickler der Firma Bühner im Interview.

Gemeinsam mit 6 Kameraden hat man ein zweitägiges Training absolviert,um die Robotertechnik besser kennen zu lernen. Einer der geschulten Gruppenführer sagt im Interview: „Das Handling ist zunächst schwer, aber man gewöhnt sich daran. Schön ist die Sprachausgabe. Mittels Mikrofon kann man die Sprachsignale an seinen Firebot senden. Die Ausgabesprache kann via Bluetooth verändert werden, sodass man auch mit Menschen in anderen Sprachen kommunizieren kann“. Die Sprachumwandlung arbeitet auch rückwirkend, sodass die Sprachaufnahme auch wieder in eine beliebige Sprache umgewandelt werden kann. Aufgaben für die Firebot sind unter anderem Verkehrssicherung oder Absperrmaßnahmen oder der Einsatz in Bereichen die brenzlig sein können. „Menschenrettung oder ein Löscheinsatz in einem brennenden Haus ist momentan nicht vorgesehen, da hier die Technik noch nicht ausgereift ist“, so die Aussage des Herstellers. Hier müssen zunächst die Kameraden auf herkömmliche Art und Weise ihr Leben aufs Spiel setzen.

Ortsbrandmeister Schaper ist sich sicher, dass die ferngesteuerten Kameraden eine große Hilfestellung geben können. Laut Hersteller Bühner ist man froh, mit der Feuerwehr Markoldendorf ein so gutes Testfeld erhalten zu haben. Schließlich muss man die 35.000,00 € teuren Firebotauch in guten Händen wissen. Aktuell ist man in der Testphase. Wenn die Kinderkrankheiten ausgemerzt sind, soder Hersteller, werden 4 Geräte in den Besitz der Ortsfeuerwehr Markoldendorf gehen, da diese maßgeblich am Erfolg beteiligt ist. Durch diese Spende können freiwillige Kameraden mit Handicap miteinbezogen werden. Diese können dann maßgeblich in den Einsatz miteinbezogen werden. Zu Zeiten der Inklusion ist das ein Fortschritt, den es so in Europa noch nicht gibt.

Am morgigen Dienstag ist eine großangelegte Übung geplant, die rund um die Feuerwehr durchgeführt wird. Beginnen wird diese um 19:30 Uhr in der Bruchtorstraße. Hierbei will man etwaige Schwachstellen, die bis jetzt nicht gefunden worden sind, erkennen. Vom Hersteller Bühner wird Entwicklungspersonal die Übung begleiten. Ein Fernsehteam vom NDR wird anwesend sein, um diese Übung und Revolution zu dokumentieren.

Gerne sind Mitbürger des Fleckens Markoldendorf oder des Stadtgebietes eingeladen, die Übung als Statisten zu unterstützen.

Die Feuerwehr Markoldendorf und die Firma Bühner freuensich auf ein reges Interesse.

Text und Fotos: Patrick Stahlmann