Die Aufgaben der Feuerwehr gehören zu
den größten Belastungen denen der menschliche Körper im Alltag ausgesetzt werden
kann. Sowohl physisch als auch psychisch muss der Feuerwehrangehörige diesen
Belastungen standhalten. Brandbekämpfung, technische Hilfeleistung bei
Verkehrsunfällen oder die Katastrophenabwehr bei Unwettern verlangen dem
Herz/-Kreislaufsystem vieles ab. Studien bei Berufsfeuerwehren haben gezeigt,
dass das Herz/-Kreislaufsystem eines Atemschutzgeräteträgers im Innenangriff bei
einem Zimmerbrand Leistungen erbringen muss, die denen eines Leistungssportlers
entsprechen. Von der Alarmierung, über die Anfahrt zum Schadensort, bis hin zum
Ende des Einsatzes befand sich der Puls und Blutdruck der untersuchten
Einsatzkräfte in einem höchst anaeroben (höchstmögliche Belastungsintensität,
welche gerade noch unter Aufrechterhaltung eines Gleichgewichtszustandes)
Bereich.
Dieses, obwohl die untersuchten Einsatzkräfte der
Berufsfeuerwehren über eine gewissen Routine, aufgrund der hohen Einsatzfrequenz
verfügten. Ein weiterer verstärkender Faktor ist die Tatsache, dass die
Einsatzkräfte keine Möglichkeit haben, sich auf den bevorstehenden Einsatz
vorzubereiten und sich „aufzuwärmen“. Das was man bei jedem Fußballspieler vor
seinem Einsatz auf dem Spielfeld sieht, bzw. was jeder Sportler vor seiner
Trainingseinheit tut, ist für die Feuerwehren unmöglich. Alleine aus der
Tatsache heraus, dass sich der Einsatz im Regelfall nicht vorher ankündigt, wird
der Körper des Feuerwehrmitgliedes im Extremfall von einer Tiefschlafphase, zum
Beispiel nachts um 2 Uhr, innerhalb von wenigen Sekunden auf eine
Höchstleistungsphase gebracht. Jeder PKW Besitzer lernt schon in der Fahrschule,
dass ein kalter Motor nicht sofort auf Höchstdrehzahl zu bringen ist. Für den
Kreislauf der Einsatzkräfte ist dieses aber ungesunder Regelfall.
Neben der physischen Beanspruchung
wird auch die Psyche starken Belastungen ausgesetzt. Bei jedem Einsatz kommen
die Feuerwehrkräfte mit Mitmenschen in Not in Kontakt. Glücklicherweise sind es
meist leichtere
Notfälle, wie z.B. Hochwassereinsätze, wo „nur“ materielle Schäden zu erwarten
sind, die häufig von der Versicherung getragen werden. Leider gehören aber auch
stärker belastende Einsätze, wie Verkehrsunfällen mit schwer verletzten oder
getöteten Personen dazu. Diesen psychischen und physischen Herausforderungen müssen
die Einsatzkräfte gewachsen sein und sich darauf vorbereiten. Erreicht werden
kann dieses nur, wenn sich die Angehörigen der Hilfsorganisationen körperlich
Fit halten und durch regelmäßiges Training im Kraft- und Ausdauerbereich die
Leistungsfähigkeit erhöhen und halten. Dieses fällt nicht immer leicht, da sich
die Freiwilligen Feuerwehren aus ehrenamtlichen Mitgliedern aufstellen, welche
neben der Aufgabe im Bereich der Gefahrenabwehr einen hauptamtlichen Beruf
ausüben, der sie bis zu 40 Stunden und mehr in der Woche bindet.
Da Sport in der Gemeinschaft leichter fällt und auch der „innere Schweinehund“ besser überwunden werden kann, bilden sich innerhalb der Orts- und Gemeindefeuerwehren immer mehr Gruppen, die sich zum Ziel gesetzt haben, durch gemeinsame sportliche Tätigkeiten sich auf einem hohen körperlichen Fitnessstand zu halten, bzw. neue Mitglieder dorthin zu bekommen.
Regelmäßige Lauftreffs,
Fahrradtouren, Übungen in Fitnessstudios, aber auch einsatzspezifische
Trainingseinheiten gehören zu den Tätigkeiten mit denen sich die Einsatzkräfte
Fit halten. Viele der teilnehmenden Kräfte konnten ihre Leistungsfähigkeit so
weit ausbauen, dass Teilnahmen an Marathonläufen, MTB-Touren und
Feuerwehrwettkämpfen, wie z.B. der Skyrun in Berlin oder der TFA (Thougest
Firefighter Alive)
mit Erfolgen in der Wertung stattfanden und
zukünftig auch stattfinden werden. Diese feuerwehrspezifischen Wettkämpfe haben
in den letzten Jahren in Europa deutlich an Popularität gewonnen. Während die
der Öffentlichkeit bekannten Feuerwehrwettkämpfe es zum Ziel haben, einen
Löschangriff nach Feuerwehrdienstvorschrift möglichst fehlerfrei aufzubauen,
gilt es bei den neueren Wettbewerben Aufgaben aus dem Einsatzalltag alleine oder
als Trupp zu erfüllen.
Zu diesen Disziplinen gehört zum Beispiel, mehrere
aneinander gekuppelte Schläuche zu ziehen, einen 100kg schweren Dummy zu tragen,
Schaummittelkanister in höher gelegene Stockwerke zu bringen oder aber ein
Hochhaus möglichst schnell hinaufzulaufen, wobei der Fahrstuhl allenfalls auf
dem Weg nach unten genutzt werden darf.
Allen Disziplinen gemein ist es, dass sie in
kompletter Feuerwehrschutzkleidung stattfinden, teilweise mit angeschlossenem
Pressluftatmer. Diese einsatznahen Aufgabenstellungen dienen dazu, den
Feuerwehrangehörigen bis zum Ende der persönlichen Leistungsfähigkeit zu
bringen, ihm Grenzen und Leistungsdefizite aufzuzeigen und somit auf den
Realfall vorzubereiten.
Wenn auch Sie Interesse haben, sich einer der Sportgruppen anzuschließen, so können sich jederzeit an den Abschnittsbrandmeister Axel Meyer (Kontakt über unsere Kreisgeschäftsstelle) wenden. Er wird Ihnen Informationen über das nächste Treffen der Sportgruppe in Ihrer Nähe zukommen lassen, oder auch Fragen beantworten und Anregungen entgegen nehmen. Selbstverständlich gilt das Angebot zur Teilnahme an den Sporttreffs auch an nicht-feuerwehrzugehörige Mitbürger, die Interesse an Sport und körperlicher Fitness haben.
Weiterführende Links zum Thema:
Feuerwehrsport in
Niedersachsen - Fitnessaktion Feuerwehr bewegt
Deutscher
Feuerwehrsport (private Informationsplattform rund um den Sport in der
Feuerwehr)
|
Leistungswettbewerbe: |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |