Übungsberichte - Kreisfeuerwehrverband Northeim e.V.

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Informationen zur Übung am 29. Mai 2010

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Übungsbericht 0066 eingetragen von Thomas Bobrowski
Brandabschnitt-Ost
Sa 29. Mai 2010 - 11:04 Uhr
Northeimer Seenplatte - 'Schweinebucht'
Feuerwehr-Rettungstaucher retten bei einer Übung am großen Kiessee Northeim Sporttaucher aus Notsituation
Am vergangenen Samstag geraten 6 Sporttaucher bei einem Tauchgang im südlichen Bereich des großen Kiessees der Northeimer Seenplatte in eine Notsituation. Ein Vater der am Seeufer mit seiner Tochter die Aktivitäten der Tauchgruppe beobachtet, erkennt den Notfall und informiert die Feuerwehrleitstelle Northeim über die Notrufnummer 112. Diese alarmiert um 11:04 Uhr Teile der Feuerwehrbereitschaft (FB) 4 mit dem Alarmstichwort „Person im Wasser“. Mit diesem Szenario beginnt eine groß angelegte Einsatzübung im Naherholungsgebiet der Northeimer Seenplatte, die von Karsten Paduck (Johanniter Unfall Hilfe Northeim) in enger Zusammenarbeit mit der Tauchabteilung der TG Northeim und der Feuerwehrbereitschaft 4 geplant wurde.

Einige Minuten nach der Alarmierung treffen die ersten Einsatzkräfte mit dem NotarztEinsatzFahrzeug (NEF) der FB 4 am Einsatzort ein. Nach der Lageerkundung der Einsatzführung für den Rettungsdienst Jens Küsel (FB 4), wird ein Rettungsschwimmer zu den in Not geraten Tauchern entsannt. Nahezu zeitgleich trifft der GeräteWagen Boot (GW-Boot) der FB 4 mit einem Schlauchboot ein, dass umgehend zu Wasser gelassen wird und dem Rettungsschwimmer zur ersten Gruppe der in Not geratenen Taucher folgt.

Da die Übungslage insgesamt sechs verunglückte Taucher vorsah, wurde umgehend die Schnelleingreifgruppe (SEG) der Northeimer Johanniter Unfall Hilfe nachalarmiert, um die medizinische Erstversorgung der verletzten Personen sicherzustellen. Da sich zum Zeitpunkt der Alarmierung auch Teile der Schnelleingreifgruppe der Johanniter Unfall Hilfe Hildesheim in Northeim zu einer gemeinsamen Ausbildung befanden, wurden diese ebenfalls mit zum Einsatzort beordert.

Die Darstellung der Unfallopfer wurde durch Sporttaucher der Tauchabteilung des TG Northeim e.V. sehr realistisch durchgeführt. Alle Taucher wurden im Vorfeld instruiert, den Rettungskräften die entsprechenden Symptome von typischen Tauchunfällen vorzuspielen, die dann von den eingesetzten Rettungskräften fachgerecht erkannt und behandelt werden sollten. Begleitet wurden die Sporttaucher bei dieser Übung durch den Leiter der Tauchabteilung des TGN Jens Heiduck, der u.a. ausgebildeter Tauchlehrer ist und mit an der Übungsvorbereitung beteiligt war.

Inzwischen wurde die ersten zwei Verletztendarsteller von dem Schlauchboot der FB 4 ans Ufer gebracht und dem Rettungsdienst zur medizinischen Erstversorgung übergeben. Sofern die Unfallopfer ansprechbar waren wurden diese vom Rettungspersonal und den Ärzten vor Ort zum Unfallhergang und ihren jeweiligen Krankheitssymptomen befragt. Hierbei wurde von den Übungsbeobachtern besonderes Augenmerk auf das richtige Handeln der Rettungskräfte und den Einsatz von entsprechenden Medikamenten gelegt.

Als die zweite Gruppe der verunfallten Sporttaucher vom Schlauchboot an Land gebracht wurde, trafen erste Teile der nacharmierten SEG am Einsatzort ein, um Arbeitsbereitschaft herzustellen. Da die zu diesem Zeitpunkt eingesetzten medizinischen Rettungskräfte voll mit der Versorgung und Betreuung der 1. Tauchgruppe beschäftigt waren, wurde jeder Helfer am Einsatzort benötigt. Der vor Ort anwesende Bereitschaftsführer der FB 4, Peter Sawastianow, brachte zusammen mit dem Zugführer des 1. Zuges der Bereitschaft Thomas Sattler die Verletzten Taucher zum Ablageplatz, an dem die Erstversorgung durchgeführt wurde.

Weitere Kräfte der FB 4 waren inzwischen nachgerückt und waren mit der Errichtung einer Technischen Einsatzleitung vor Ort und dem Aufbau von Versorgungs- und Duschzelten betraut.

Während die Rettungsmaßnahmen der Taucher auf Hochtouren weiterliefen, wurde von den Übungsplanern eine zusätzliche Übungslage eingespielt, die den Einsatz von Rettungshunden erforderlich machten. Das Übungsszenario sah vor, das die 8-jährige Tochter des unfallmeldenden Passanten in den Wirren des Rettungseinsatzes „verloren gegangen“ war. Es konnte sein, dass sich das Kind in den weitläufigen Waldflächen des Naherholungsgebiets verlaufen hatte, es war aber auch nicht auszuschließen, dass es in einen der vielen Kiesteiche der Umgebung gefallen war. Gerade in diesem Bereich der Seenplatte sind die Kiesabbauarbeiten noch voll im Gange und die Steilufer durch Abbruchgefahr, gerade für Kinder sehr gefährlich.

Da eine Suche durch den Vater bisher erfolglos blieb, entschloss sich die Einsatzleitung Rettungshunde zum Aufspüren des Kindes anzufordern. Zum Zeitpunkt der Übung befand sich im Bereich Bad Gandersheim gerade die Rettungshundestaffel der Johanniter Ortsgruppe Holzminden auf einer Bewegungsfahrt. Da ein zeitnaher Einsatz der Staffel hierdurch möglich war, wurde sie umgehend zur Northeimer Seenplatte beordert. Natürlich war dieser „Zufall“ Bestandteil des sehr fein ausgearbeiteten Übungsszenarios der Northeimer Johanniter.

Schwerpunktmäßiges Übungsziel war das Beüben verschiedener Schnelleingreifgruppen (SEG) der Johanniter Unfall Hilfe (JUH), die gemeinsam bei dieser Übung die kürzlich erlernten bzw. aufgefrischten theoretischen Kenntnisse bei der Behandlung von Tauchunfällen in die Praxis umsetzen sollten. Aus diesem Grund waren auch Teile der SEG der benachbarten Johanniter Unfall Hilfe Hildesheim bei der Übung in Northeim präsent. Da ein Übungsszenario weitestgehend realistische Übungsbedingungen für alle eingesetzten Rettungskräfte vermitteln soll, wurde die Lage „vermisstes Kind“ von der Übungsleitung eingespielt, um einen nachvollziehbaren Grund für die Anforderung der Rettungshundestaffel der JUH Holzminden im Übungsablauf zu integrieren.

Da die Rettungshunde auch Personen durch das Wasser aufspüren können, ist es bei Einsätzen möglich, Rettungstaucher durch Suchhunde über Wasser bei der Suche nach vermissten Personen zu unterstützen. Um die Hunde bestmöglich auf dieses potentielle Einsatzszenario vorzubereiten, war ein weiteres Ziel dieser Übung die Hunde an die Mitfahrt in kleinen Booten zu gewöhnen. Aber dieser Teil der Übung wurde erst im Anschluss an die Rettungsmaßnahmen der Taucher durchgeführt, um den Übungsablauf nicht unnötig zu unterbrechen.

Die Rettungskräfte vor Ort waren nun mit der Abarbeitung von mehreren Szenarien gleichzeitig beschäftigt. Zum einen liefen noch die Rettungsmaßnahmen eines immer noch unter Wasser vermissten Tauchers, weiterhin waren drei Rettungshunde mit ihren Führern damit beschäftigt das 8-jährige Mädchen zu suchen, die medizinische Erstversorgung der geretteten Personen wurde durchgeführt sowie die Versorgungs- und Duschzelte errichtet.

Zum Auffinden des noch vermissten Tauchers wurden zwei Rettungstaucher der Feuerwehrbereitschaft 4 des Landkreises Northeim eingesetzt. Da der noch ansprechbare Partner des vermissten Tauchers das Suchgebiet eingrenzen konnte, wurde die vermisste Person unter Wasser relativ schnell gefunden und direkt von den Rettungstauchern zur Weiterversorgung ans Ufer gebracht.

Das Rettungspersonal und die Notärzte waren nun damit beschäftigt, die Patienten in verschiedenen Kategorien einzuteilen und sie je nach Zustand und Verletzungsgrad einer weiterführenden Behandlung zuzuführen.

Insgesamt mussten neben Erschöpfung- und Unterkühlungszuständen folgende Symptome typischer Tauchunfälle wie ein „zentraler Lungenriss“, eine Dekompressionskrankheit sowie eine Kohlenmonoxidintoxikation (CO-Vergiftung) erkannt und behandelt werden.

Auch die logistische Abwicklung des priorisierten Krankentransports und die Abfrage nach speziellen Behandlungsplätzen gehört zu den Aufgaben des Rettungsdienstes bei einer Großschadenslage mit mehreren Verletzten. In diesem Fall wurde die Verlegung von drei verletzen Tauchern ins „HBO2 Druckkammerzentrum Kassel“ vorgesehen. Zwei wurden virtuell per Luftrettung mit Rettungshubschraubern dorthin verbracht, für den Dritten war die virtuelle Beförderung mit einem Notarztwagen (NAW) nach Kassel geplant. Ein weiterer Patient wurde mit einem NAW in die „Albert-Schweitzer-Klinik Northeim“ überführt, ebenfalls nur virtuell.

Da sich zu diesem vorangeschrittenen Zeitpunkt der Übung inzwischen wieder freie Kapazitäten bei den Rettungskräften abzeichneten, entschloss sich die Übungsleitung spontan eine weitere Lage zur Forderung der vor Ort anwendenden Kräfte einzuspielen.

Hierzu wurden zwei Schwimmer der TG-Northeim ans andere Seeufer gebracht, um dort einen Bootunfall zu simulieren. Nachdem von Beobachtern an Land diese Notlage wahrgenommen und Alarm gegeben wurde, nahm das ebenfalls zu Wasser gelassene Mehrzweckboot (MZB) der FB 4 einen Rettungsschwimmer auf, um sich in voller Fahrt ans ca. 600m entfernte Seeufer zu begeben. Der an Bord befindliche Rettungsschwimmer der FB 4 sprang zur Rettung der Ertrinkenden schon während der Anfahrt an die Unfallstelle ins Wasser um die Personen im Wasser schnell unterstützen zu können. Die zwei verunglückten Bootsfahrer wurden über eine schräge Fläche die bauseits im Heck des Mehrzweckbootes integriert ist an Bord geholt, um dann den am anderen Ufer wartenden Rettungskräften übergeben zu werden. Nach der Erstbehandlung im Rettungszelt der Johanniter, wurden auch diese beiden Patienten mittels NAW virtuell ins Northeimer Krankenhaus verlegt.

Nachdem auch diese Situation von allen Beteiligten entsprechend gemeistert und das vermisste Kind zwischenzeitlich von den Rettungshunden aufgespürt wurde, war nun Zeit für die geplanten Gewöhnungsfahrten der Vierbeiner auf dem Wasser.

Die vorbereiteten warmen Duschen im Duschzelt der FB 4 wurde von den Verletzendarstellern und den Rettungstauchern aufgrund der verhältnismäßigen warmen Außentemperaturen nicht in Anspruch genommen.

Nachdem die Hunde erfolgreich an die Fahrt übers Wasser gewöhnt waren, wurde der Befehl zum Übungsende gegeben und mit dem Abbau der Gerätschaften begonnen.

Im Anschluss an die Übung trafen sich alle beteiligten Kräfte an der Rettungswache der Johanniter Unfall Hilfe Notheim in der Berliner Allee, um das Erlebte bei einem gemeinsamen Imbiss Revue passieren zu lassen.

Mehr Fotos der Übung sind unter dem u.a. Hyperlink zu sehen.

www.kfv-northeim.de/Uebungsfotos/FB4_29.05.2010/html/index-1.html

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Übungsteilnehmer:

Bereitschaftsführer Feuerwehrbereitschaft (FB) 4:

Stärke: 1

- EinsatzLeitWagen (ELW) 1

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1. Zug Feuerwehrbereitschaft (FB) 4:

Stärke: 1/5

- GeräteWagen Boot (GW-Boot) mit Schlauchboot
- GeräteWagen Wasser (GW-Wasser) mit MehrZweckBoot (MZB)

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3. Zug Feuerwehrbereitschaft (FB) 4:

Stärke: 1/15

- EinsatzLeitWagen (ELW)
- MannschaftsTransportWagen (MTW)
- DekontaminationsMehrzweckFahrzeug (DMF)
- GeräteWagen Dekontamination (GW-Dekon)

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Arztgruppe Feuerwehrbereitschaft (FB) 4:

Stärke insgesamt: 1/5 (davon 2 Notärzte)

- NotarztEinsatzFahrzeug (NEF)

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Schnelleingreifgruppe (SEG) der Johanniter Unfall Hilfe Northeim

Schnelleingreifgruppe (SEG) der Johanniter Unfall Hilfe Hildesheim

Rettungshundestaffel (RHS) der Johanniter Unfall Hilfe Holzminden

Stärke insgesamt 1/25 (davon 2 Notärzte)
3 Rettungshunde

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6 Sporttaucher des TG Northeim e.V. als Verletztendarstellter

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Weiterführende Hyperlinks:

- Feuerwehrbereitschaft 4 LK Northeim www.umweltfeuerwehr.de/

- JUH Northeim www.johanniter.de/index.php?id=12624

- JUH Hildesheim www.johanniter.de/index.php?id=12626

- JUH Holzminden www.johanniter.de/index.php?id=12625

Tauchabteilung der TG-Northeim e.V. - www.tgn-tauchen.de/

Text und Fotos: Thomas Bobrowski
Mehr Infos: www.kfv-northeim.de/Uebungsfotos/FB4_29.05.2010/html/index-1.html
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